Compliance-Radar

Wer wurde wofür sanktioniert?

Bußgelder, Urteile und Vorfälle aus Europa, Nordamerika, Lateinamerika, Asien-Pazifik, Naher Osten und Afrika: 2.207 Fälle aus 44 Jurisdiktionen, jeder mit amtlicher Quelle und vor der Veröffentlichung gegen diese Quelle geprüft. Filtern Sie nach Land, Rechtsgebiet und Branche. Ein Klick auf ein Diagramm geht eine Ebene tiefer.

8Fälle aus 1 Jurisdiktion
6,93 Mio. €Summe der Geldbeträge (7 Fälle mit Betrag)
3,68 Mio. €Größter Einzelfall: Advanced Computer Software Group Ltd
451.452 €Median je Fall mit Betrag

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Wo?

nach Behörde
  1. Information Commissioner's Office (ICO) 5,32 Mio. € 77 % · 6 Fälle
  2. HM Treasury, Office of Financial Sanctions Implementation (OFSI) 1,61 Mio. € 23 % · 2 Fälle

Wofür?

nach Rechtsgebiet

Alle Rechtsgebiete

  1. Datenschutz 5,32 Mio. € 77 % · 6 Fälle
  2. Sanktionen und Exportkontrolle 1,61 Mio. € 23 % · 2 Fälle

Wen?

nach Unternehmen
  1. Advanced Computer Software Group Ltd 3,68 Mio. € 53 % · 1 Fall
  2. LastPass UK Ltd 1,39 Mio. € 20 % · 1 Fall
  3. Sabre Global Technologies Limited 1,16 Mio. € 17 % · 1 Fall
  4. Apple Distribution International Limited 451.452 € 7 % · 1 Fall
  5. Anonymisierte Unternehmen 246.514 € 4 % · 4 Fälle

Wann?

je Jahr, nach Entscheidungsdatum
Verlauf
ZeitraumFälleSumme
20221–
20233246.514 €
20240–
202525,07 Mio. €
202621,61 Mio. €

8 Fälle

26.05.2026 Sabre Global Technologies LimitedSabre-Tochter nahm Zahlungen der gelisteten Ural Airlines an Vereinigtes KönigreichVerstöße gegen Sanktionen und Embargos 1,16 Mio. €

Der Anbieter eines Reisebuchungssystems stellte der im Mai 2022 gelisteten Ural Airlines weiter Leistungen bereit, forderte Zahlungen über rund 906.600 USD an und suchte nach dem Einfrieren durch die Bank nach alternativen Zahlungswegen, was OFSI als Umgehung wertete. Fehlende Eskalation beim Rollenwechsel, vakante Leitungsfunktionen in Recht und Compliance, auf US-Recht fokussierte Richtlinien und ein Screening, das die Listung nicht meldete, trugen bei. Laut beim britischen Unternehmensregister hinterlegtem Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 hatte das Unternehmen rund 150 Beschäftigte.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Wird ein Bestandskunde gelistet, muss das sofort eskaliert werden; nach dem Einfrieren durch die Bank Alternativwege für Zahlungen zu suchen, ist selbst ein Verstoß.

Bezug zu Schulung und Awareness

Reaktion auf Neulistungen von Bestandskunden, Umgehungsverbot

Behörde / Gericht
HM Treasury, Office of Financial Sanctions Implementation (OFSI)
Rechtsgebiet
Sanktionen und Exportkontrolle · Verstöße gegen Sanktionen und Embargos
Rechtsgrundlage
Russia (Sanctions) (EU Exit) Regulations 2019, regs. 13, 14, 19
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Telekommunikation, IT und Software
Beschäftigte
50 bis 249
Mildernde Umstände
Freiwillige Offenlegung (31.10.2022) und volle Kooperation; Vergleich unter dem neuen Settlement-Verfahren
Veröffentlicht
17.06.2026

Originalbetrag 1.000.920,59 GBP, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 26.05.2026.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 28.09.2026 · Fassung 3 · Direktlink

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19.03.2026 Apple Distribution International LimitedOFSI: 390.000 Pfund gegen Apple Distribution International im Vergleichsweg wegen Zahlungen an einen App-Entwickler Vereinigtes KönigreichVerstöße gegen Sanktionen und Embargos 451.452 €

OFSI verhängte am 19. März 2026 gegen die in Irland ansässige Apple Distribution International Limited im Rahmen eines Vergleichs eine Geldbuße von 390.000 Pfund. Nach den Feststellungen von OFSI wies das Unternehmen, das Erlöse an Softwareentwickler eines App-Marktplatzes auszahlt, über ein britisches Bankkonto im Juni und Juli 2022 zwei Zahlungen von zusammen 635.618,75 Pfund an einen russischen App-Entwickler an, der im Eigentum einer gelisteten Einheit stand, und stornierte die Anweisungen nicht. Als Ursachen nannte OFSI unter anderem das Vertrauen auf Selbstauskünfte der Entwickler und auf Daten eines Drittanbieters. Das Unternehmen hatte die Zahlungen am 4. Oktober 2022 selbst offengelegt. Der Vergleich kam nach einer Absichtsmitteilung vom 11. November 2025 unter dem im Februar 2026 eingeführten Vergleichsverfahren zustande; gegen die Konzernmutter traf OFSI keine Feststellungen. Quelle: Office of Financial Sanctions Implementation (OFSI), HM Treasury, „Imposition of monetary penalty: Apple Distribution International Limited“, 30.03.2026, https://www.gov.uk/government/publications/imposition-of-monetary-penalty-apple-distribution-international-limited. Enthält Informationen des öffentlichen Sektors, lizenziert unter der Open Government Licence v3.0 (https://www.nationalarchives.gov.uk/doc/open-government-licence/version/3/).

Behörde / Gericht
HM Treasury, Office of Financial Sanctions Implementation (OFSI)
Rechtsgebiet
Sanktionen und Exportkontrolle · Verstöße gegen Sanktionen und Embargos
Rechtsgrundlage
Russia (Sanctions) (EU Exit) Regulations 2019, reg. 12; Geldbuße nach s. 146 Policing and Crime Act 2017 (Settlement)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Telekommunikation, IT und Software
Veröffentlicht
30.03.2026

Originalbetrag 390.000 GBP, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 19.03.2026.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 28.09.2026 · Fassung 3 · Direktlink

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20.11.2025 LastPass UK LtdICO: 1,2 Mio. £ gegen LastPass UK nach Einbruch in Backup-Datenbank Vereinigtes KönigreichDatenpannen und Datensicherheit 1,39 Mio. €

2022 kompromittierte ein Angreifer zunächst den Firmenlaptop eines Beschäftigten und dann den privaten Laptop eines leitenden Mitarbeiters, dessen Masterpasswort er per Keylogger abgriff. Weil privater und geschäftlicher Passwort-Tresor über dasselbe Masterpasswort verknüpft waren, gelangte er an die dort hinterlegten Zugangs- und Entschlüsselungsschlüssel und entwendete aus der Backup-Datenbank Daten von bis zu 1,6 Mio. britischen Nutzern. Laut beim britischen Unternehmensregister hinterlegtem Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 hatte das Unternehmen rund 35 Beschäftigte.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Kritische Schlüssel gehören nie auf private Geräte oder in private Konten von Beschäftigten – Zugriffe müssen technisch getrennt und beschränkt sein.

Bezug zu Schulung und Awareness

Trennung privater und dienstlicher Geräte und Zugangsdaten

Behörde / Gericht
Information Commissioner's Office (ICO)
Rechtsgebiet
Datenschutz · Datenpannen und Datensicherheit
Rechtsgrundlage
UK GDPR Art. 5 Abs. 1 lit. f, Art. 32 Abs. 1 lit. f
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Telekommunikation, IT und Software
Beschäftigte
Unter 50
Verschulden
fahrlässig
Veröffentlicht
11.12.2025

Originalbetrag 1.228.283 GBP, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 20.11.2025.

Quellen

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 28.09.2026 · Fassung 3 · Direktlink

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26.03.2025 Advanced Computer Software Group LtdICO: 3 Mio. £ gegen NHS-Dienstleister Advanced nach Ransomware ohne MFA Vereinigtes KönigreichAuftragsverarbeitung 3,68 Mio. €

Als Auftragsverarbeiter für NHS und Pflegeanbieter wurde Advanced im August 2022 über ein Kundenkonto ohne Mehrfaktor-Authentifizierung mit Ransomware angegriffen; Dienste wie NHS 111 waren gestört. Daten von 79.404 Personen wurden entwendet, darunter Zugangshinweise zu den Wohnungen von 890 häuslich Gepflegten.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

MFA muss lückenlos auf allen Zugängen greifen – ein einziges ungeschütztes Konto genügt Angreifern.

Behörde / Gericht
Information Commissioner's Office (ICO)
Rechtsgebiet
Datenschutz · Auftragsverarbeitung
Rechtsgrundlage
UK GDPR Art. 32 Abs. 1 (als Auftragsverarbeiter)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Telekommunikation, IT und Software
Verschulden
fahrlässig
Mildernde Umstände
Vorläufig 6,09 Mio. £; reduziert u. a. wegen proaktiver Zusammenarbeit mit NCSC und National Crime Agency.
Veröffentlicht
27.03.2025

Originalbetrag 3.076.320 GBP, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 26.03.2025.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink

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16.11.2023 ein britischer Vermittler von Mobilfunk- und BreitbandkundenICO: 70.000 Pfund gegen Kundenvermittler wegen über einer Million Werbe-SMS und -E-Mails ohne Einwilligung Vereinigtes KönigreichWerbung und Einwilligunganonymisiert 79.982 €

Die ICO verhängte am 16. November 2023 gegen einen britischen Vermittler von Mobilfunk- und Breitbandkunden für Telekommunikationsanbieter eine Geldbuße von 70.000 Pfund. Nach den Feststellungen der ICO empfingen Teilnehmer zwischen dem 1. Januar und dem 11. November 2021 1.164.877 Werbenachrichten per SMS und E-Mail, die das Unternehmen ohne wirksame Einwilligung versandt hatte. Die Einwilligungen stammten teils von Websites Dritter; nach Auffassung der ICO waren sie nicht freiwillig, weil man nur zustimmen konnte, wenn man Anrufe, E-Mails und SMS zugleich akzeptierte, und teils weder konkret noch informiert. Die ICO war durch 1.103 Beschwerden beim Spam-Meldedienst 7726 aufmerksam geworden und wertete das Vorgehen als Verstoß gegen Regulation 22 PECR. Bei fristgerechter Zahlung ermäßigte sich die Buße laut Bescheid auf 56.000 Pfund.

Behörde / Gericht
Information Commissioner's Office (ICO)
Rechtsgebiet
Datenschutz · Werbung und Einwilligung
Rechtsgrundlage
Regulation 22 PECR; section 55A DPA 1998 (Geldbuße)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Telekommunikation, IT und Software

Originalbetrag 70.000 GBP, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 16.11.2023.

Quellen

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 28.09.2026 · Fassung 4 · Unternehmensname anonymisiert seit 16.11.2025 · Direktlink

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26.10.2023 eine britische Plattform für Werbe-SMSICO: 65.000 Pfund gegen SMS-Plattform wegen 2,3 Millionen Werbe-SMS Vereinigtes KönigreichWerbung und Einwilligunganonymisiert 74.567 €

Die ICO verhängte am 26. Oktober 2023 gegen eine britische Plattform für den Versand von Werbe-SMS eine Geldbuße von 65.000 Pfund und erließ am selben Tag eine Durchsetzungsanordnung. Nach den Feststellungen der ICO wurden zwischen dem 1. Januar 2021 und dem 31. Januar 2022 2.330.423 Werbe-SMS ohne wirksame Einwilligung empfangen; 24.309 davon versandte das Unternehmen selbst, die übrigen 2.306.114 verschickten Kunden über seine Leitungen, die es dafür zur Verfügung stellte. Das Unternehmen berief sich auf berechtigtes Interesse statt auf Einwilligungen; die selbst versandten Nachrichten ließen zudem den Absender nicht erkennen. Die ICO wertete dies als Verstoß gegen Regulation 22 und 23 PECR. Bei fristgerechter Zahlung ermäßigte sich die Buße laut Bescheid auf 52.000 Pfund.

Behörde / Gericht
Information Commissioner's Office (ICO)
Rechtsgebiet
Datenschutz · Werbung und Einwilligung
Rechtsgrundlage
Regulation 22 (einschließlich 22(4)) und 23 PECR; section 55A DPA 1998 (Geldbuße); section 40 DPA 1998 (Enforcement Notice) wegen Regulation 22 PECR
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Telekommunikation, IT und Software

Originalbetrag 65.000 GBP, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 26.10.2023.

Quellen

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 28.09.2026 · Fassung 4 · Unternehmensname anonymisiert seit 26.10.2025 · Direktlink

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09.05.2023 ein britischer Anbieter von Telekommunikationslösungen für GeschäftskundenICO: 80.000 Pfund gegen Telekommunikationsanbieter wegen Werbeanrufen an Unternehmen Vereinigtes KönigreichWerbung und Einwilligunganonymisiert 91.965 €

Die ICO verhängte am 9. Mai 2023 gegen einen britischen Anbieter von Telekommunikationslösungen für Geschäftskunden eine Geldbuße von 80.000 Pfund und erließ am selben Tag eine Durchsetzungsanordnung. Nach den Feststellungen der ICO tätigte das Unternehmen zwischen dem 13. September 2021 und dem 31. Januar 2022 72.682 unerbetene Werbeanrufe an Teilnehmer, die im TPS- oder CTPS-Sperrregister eingetragen waren. Die ICO wertete dies als Verstoß gegen Regulation 21 PECR. Bei Zahlung bis 8. Juni 2023 ermäßigte sich die Buße laut Bescheid auf 64.000 Pfund. Die ICO veröffentlichte den Fall am 16. Mai 2023.

Behörde / Gericht
Information Commissioner's Office (ICO)
Rechtsgebiet
Datenschutz · Werbung und Einwilligung
Rechtsgrundlage
Regulation 21 PECR (Enforcement Notice: regulation 21(1)(a) und (b)); section 55A DPA 1998 (Geldbuße); section 40 DPA 1998 (Enforcement Notice)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Telekommunikation, IT und Software

Originalbetrag 80.000 GBP, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 09.05.2023.

Quellen

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 28.09.2026 · Fassung 4 · Unternehmensname anonymisiert seit 09.05.2025 · Direktlink

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Anonym: Wir speichern nur Ihren Text, keine Kontaktdaten und keine IP-Adresse.

20.09.2022 ein britischer Telekommunikations- und BreitbandanbieterICO: Verwarnung für Telekommunikationsanbieter wegen verspäteter Auskunftsersuchen Vereinigtes KönigreichBetroffenenrechte und Transparenzanonymisiert Verwarnung

Die ICO sprach am 20. September 2022 gegenüber einem britischen Telekommunikations- und Breitbandanbieter eine Verwarnung aus. Nach den Feststellungen der ICO beantwortete das Unternehmen im Zeitraum 1. Juli bis 31. Dezember 2021 14 Prozent (1.316) der eingegangenen Auskunftsersuchen nicht fristgerecht; im selben Zeitraum gingen bei dem Anbieter 493 Beschwerden zur Auskunftspraxis ein, davon 95 Prozent wegen Verzögerungen. Bei der ICO betrafen 2021 125 Beschwerden die Auskunftspraxis des Unternehmens, das waren 51 Prozent aller Beschwerden über das Unternehmen in diesem Jahr. Die ICO sah Verstöße gegen Art. 12(3), 15(1) und 15(3) UK GDPR.

Behörde / Gericht
Information Commissioner's Office (ICO)
Rechtsgebiet
Datenschutz · Betroffenenrechte und Transparenz
Rechtsgrundlage
Art. 12(3), 15(1) und 15(3) UK GDPR; Verwarnung nach Art. 58 UK GDPR
Maßnahme
Verwarnung
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Telekommunikation, IT und Software
Quellen

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 28.09.2026 · Fassung 4 · Unternehmensname anonymisiert seit 20.09.2024 · Direktlink

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Anonym: Wir speichern nur Ihren Text, keine Kontaktdaten und keine IP-Adresse.

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