Compliance-Radar
Wer wurde wofür sanktioniert?
Bußgelder, Urteile und Vorfälle aus Europa, Nordamerika, Lateinamerika, Asien-Pazifik, Naher Osten und Afrika: 2.207 Fälle aus 44 Jurisdiktionen, jeder mit amtlicher Quelle und vor der Veröffentlichung gegen diese Quelle geprüft. Filtern Sie nach Land, Rechtsgebiet und Branche. Ein Klick auf ein Diagramm geht eine Ebene tiefer.
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Wo?
nach EbeneWofür?
nach RechtsgebietAlle Rechtsgebiete
- Sanktionen und Exportkontrolle 236,1 Mio. € 64 % · 1 Fall
- Kapitalmarkt und Finanzaufsicht 94,3 Mio. € 26 % · 2 Fälle
- Umwelt und Nachhaltigkeit 34 Mio. € 9 % · 1 Fall
- Kartellrecht und Wettbewerb 5,39 Mio. € 1 % · 1 Fall
- Informationssicherheit und Cyber 8.438 € 0 % · 1 Fall
- Lieferkette und Menschenrechte – 0 % · 1 Fall
Wen?
nach Unternehmen- Adani Enterprises Limited 236,1 Mio. € 64 % · 1 Fall
- Anonymisierte Unternehmen 94,3 Mio. € 26 % · 2 Fälle
- HF Sinclair Navajo Refining LLC 34 Mio. € 9 % · 1 Fall
- XCL Resources Holdings LLC, Verdun Oil Company II LLC, EP Energy LLC 5,39 Mio. € 1 % · 1 Fall
- City of Boardman (Oregon) 8.438 € 0 % · 1 Fall
- Donghai JA Solar Technology Co., Ltd. – 0 % · 1 Fall
Wann?
je Jahr, nach Entscheidungsdatum| Zeitraum | Fälle | Summe |
|---|---|---|
| 2024 | 2 | 94,3 Mio. € |
| 2025 | 4 | 39,4 Mio. € |
| 2026 | 1 | 236,1 Mio. € |
7 Fälle
18.05.2026 Adani Enterprises LimitedAdani Enterprises zahlt 275 Mio. USD wegen iranischem Flüssiggas 236,1 Mio. €
Der indische Mischkonzern kaufte von November 2023 bis Juni 2025 über einen Händler in Dubai angeblich omanisches und irakisches Flüssiggas (LPG), das tatsächlich aus Iran stammte; 32 Zahlungen über rund 192 Mio. USD liefen über US-Banken. OFAC wertete die Verstöße als schwerwiegend und nicht selbst angezeigt; Adani habe leichtfertig zahlreiche Warnsignale ignoriert (AIS-Manipulation der Tanker, unplausible Ladehäfen, auffällige Preisabschläge, Auffälligkeiten in den Ursprungszeugnissen).
Wer Rohstoffe unter Marktpreis über Zwischenhändler bezieht, muss Herkunft, Schiffsbewegungen und Dokumente aktiv prüfen – eine bloße Namensprüfung gegen Sanktionslisten reicht nicht.
Warnsignale bei Rohstoff- und Schiffsgeschäften (Ursprung, AIS-Lücken, Preisabschläge)
- Behörde / Gericht
- U.S. Department of the Treasury, Office of Foreign Assets Control (OFAC)
- Rechtsgebiet
- Sanktionen und Exportkontrolle · Verstöße gegen Sanktionen und Embargos
- Rechtsgrundlage
- Iranian Transactions and Sanctions Regulations (31 C.F.R. part 560); IEEPA
- Maßnahme
- Bußgeld
- Verfahrensstand
- rechtskräftig
- Branche
- Energie und Versorgung
- Mildernde Umstände
- Abhilfemaßnahmen nach Aufdeckung und Kooperation mit OFAC
- Veröffentlicht
- 18.05.2026
Originalbetrag 275.000.000 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 18.05.2026.
- OFAC Enforcement Release: Adani Enterprises Limited Settles with OFAC for $275,000,000 (18.05.2026) Entscheidung einer Behörde
- OFAC – Civil Penalties and Enforcement Information Durchsetzungsdatenbank einer Behörde
Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink
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17.01.2025 HF Sinclair Navajo Refining LLCHF Sinclair Navajo Refining: 35 Mio. USD für Luftverstöße der Raffinerie Artesia 34 Mio. €
Die Raffinerie von HF Sinclair Navajo Refining in Artesia (New Mexico) zahlt nach einem Consent Decree mit EPA, US-Justizministerium und dem New Mexico Environment Department mutmaßlich insgesamt 35.000.000 USD: 33.916.450 USD Zivilstrafe für überhöhte Emissionen u. a. von Benzol, flüchtigen organischen Verbindungen, Stickoxiden und Schwefeldioxid sowie 1.083.550 USD für Verstöße gegen einen Vergleich von 2002; die Zivilstrafe wird zwischen dem Bund und New Mexico aufgeteilt. Hinzu kommen Maßnahmen für geschätzt 137 Mio. USD, darunter Echtzeit-Luftmessstationen am Werkszaun und im Ort mit öffentlich einsehbaren Ergebnissen sowie eine Fackelgas-Rückgewinnung. Die Feststellungen in dieser Fassung sind mutmaßlich; ein abschließendes Urteil liegt ihr nicht zugrunde. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig.
Messpflichten am Werkszaun verlangen dokumentierte Ursachenanalysen und Korrekturen, sobald Schwellenwerte überschritten werden.
Emissionsüberwachung am Werkszaun
- Behörde / Gericht
- U.S. Environmental Protection Agency (EPA) / U.S. Department of Justice mit New Mexico Environment Department (U.S. District Court, District of New Mexico)
- Rechtsgebiet
- Umwelt und Nachhaltigkeit · Emissionen und Genehmigungen
- Rechtsgrundlage
- Clean Air Act (NESHAP für Erdölraffinerien und Benzolabfälle, NSPS, Title-V-Genehmigung); New Mexico Air Quality Control Act; Consent Decree von 2002
- Maßnahme
- Bußgeld
- Verfahrensstand
- unbekannt
- Branche
- Energie und Versorgung
- Wiederholungsfall
- ja
- Veröffentlicht
- 17.01.2025
Originalbetrag 35.000.000 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 17.01.2025.
- EPA: 2025 HF Sinclair Navajo Clean Air Act Settlement Agreement Summary Pressemitteilung einer Behörde
- Lodged Consent Decree, United States and NMED v. HF Sinclair Navajo Refining LLC, Case 1:25-cv-00054 (D.N.M.), filed 17.01.2025 Entscheidung einer Behörde
Gegen die amtliche Quelle geprüft am 04.10.2026 · Direktlink
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15.01.2025 Donghai JA Solar Technology Co., Ltd.UFLPA-Liste: Solarhersteller Donghai JA Solar Technology aufgenommen Anordnung
Die FLETF nahm den Hersteller von Siliziumstäben, Wafern und Solarmodulen aus der Provinz Jiangsu in die UFLPA Entity List auf, weil er Material aus Xinjiang bezieht. Waren des Unternehmens gelten damit bei der US-Einfuhr als mit Zwangsarbeit hergestellt, solange der Importeur dies nicht widerlegt.
Wer Solarmodule beschafft, sollte die Herkunft des Polysiliziums lückenlos dokumentieren lassen.
- Behörde / Gericht
- U.S. Department of Homeland Security (Forced Labor Enforcement Task Force)
- Rechtsgebiet
- Lieferkette und Menschenrechte · Zwangs- und Kinderarbeit
- Rechtsgrundlage
- Uyghur Forced Labor Prevention Act, Section 2(d)(2)(B)(v)
- Maßnahme
- Anordnung
- Verfahrensstand
- unbekannt
- Branche
- Energie und Versorgung
- Veröffentlicht
- 15.01.2025
- Federal Register: Notice Regarding the Uyghur Forced Labor Prevention Act Entity List (15.01.2025) Amtliches Register oder Bekanntmachung
Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink
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07.01.2025 XCL Resources Holdings LLC, Verdun Oil Company II LLC, EP Energy LLCFTC: Rekordstrafe von 5,6 Mio. US-$ für Gun-Jumping bei Ölförderer-Übernahme 5,39 Mio. €
Während der HSR-Wartefrist für die 1,4-Mrd.-US-$-Übernahme von EP Energy übernahmen XCL und Verdun bereits Kontrolle über das Tagesgeschäft: Sie stoppten Bohrprojekte, steuerten Kundenverträge in Utah und koordinierten Preise in Texas (94 Tage). In einem vom DOJ für die FTC eingereichten Vergleich verpflichteten sich die Unternehmen zu einer Zivilstrafe von 5,6 Mio. US-$ – der höchsten je für Gun-Jumping in den USA; die gerichtliche Genehmigung nach dem Tunney Act stand bei Veröffentlichung noch aus.
Bis zur Freigabe darf der Käufer keinen Einfluss auf das operative Geschäft des Zielunternehmens nehmen – Integrationsteams brauchen klare Gun-Jumping-Regeln.
Vollzugsverbot vor Freigabe (Gun-Jumping) in der Integrationsplanung
- Behörde / Gericht
- Federal Trade Commission (Klage durch das U.S. Department of Justice)
- Rechtsgebiet
- Kartellrecht und Wettbewerb · Fusionskontrolle
- Rechtsgrundlage
- Hart-Scott-Rodino Act
- Maßnahme
- Bußgeld
- Verfahrensstand
- unbekannt
- Branche
- Energie und Versorgung
- Veröffentlicht
- 07.01.2025
Originalbetrag 5.600.000 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 07.01.2025.
- Oil Companies to Pay Record FTC Gun-Jumping Fine for Antitrust Law Violation Pressemitteilung einer Behörde
Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink
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07.01.2025 City of Boardman (Oregon)City of Boardman: 8.770 USD – Risikobewertung des Wasserwerks war eine leere Vorlage 8.438 €
Die EPA (Region 10) verhängte gegen die Stadt Boardman (Oregon), deren Trinkwassersystem rund 4.490 Menschen versorgt, per Consent Agreement and Final Order eine Geldbuße (civil penalty) von 8.770 USD. Nach Darstellung der EPA hatte die Stadt die nach dem Safe Drinking Water Act vorgeschriebene Risiko- und Resilienzbewertung und den Notfallplan nicht rechtzeitig erstellt und eine EPA-Anordnung von 2022 nicht erfüllt: Bei einer Inspektion im April 2024 war die Bewertung eine leere Vorlage, der Notfallplan stammte von 2005 und enthielt keinen Abschnitt zur Cybersicherheit. Die Stadt erkannte die Zuständigkeit an, ohne die Sachvorwürfe einzuräumen oder zu bestreiten, und verzichtete auf Rechtsmittel. Die Feststellungen in dieser Fassung sind mutmaßlich; ein abschließendes Urteil liegt ihr nicht zugrunde.
Pflichtbewertungen zu Anlagen- und Cybersicherheit müssen inhaltlich erarbeitet und aktuell gehalten werden – eine bloß bescheinigte Vorlage erfüllt die Pflicht nicht.
Risiko- und Resilienzbewertung inklusive Cybersicherheit tatsächlich erstellen und den Notfallplan aktuell halten
- Behörde / Gericht
- U.S. Environmental Protection Agency (EPA), Region 10
- Rechtsgebiet
- Informationssicherheit und Cyber · Kritische Infrastrukturen
- Rechtsgrundlage
- Safe Drinking Water Act Section 1433(a) und (b) (42 U.S.C. § 300i-2) sowie Section 1414(g)(3)(A); Strafe nach Section 1414(g)(3)(B) (42 U.S.C. § 300g-3(g)(3)(B))
- Maßnahme
- Bußgeld
- Verfahrensstand
- rechtskräftig
- Branche
- Energie und Versorgung
- Wiederholungsfall
- ja
- Veröffentlicht
- 07.01.2025
Originalbetrag 8.770 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 07.01.2025.
- EPA Region 10 – Consent Agreement, In the Matter of City of Boardman, Docket No. SDWA-10-2025-0022 (eingereicht 07.01.2025) Entscheidung einer Behörde
- EPA Region 10 – Final Order, City of Boardman, Docket No. SDWA-10-2025-0022 (07.01.2025) Entscheidung einer Behörde
- EPA Administrative Enforcement Dockets – SDWA-10-2025-0022 (Status Closed, Payment Received) Durchsetzungsdatenbank einer Behörde
Gegen die amtliche Quelle geprüft am 03.10.2026 · Direktlink
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27.08.2024 die Handelstochter eines europäischen EnergiekonzernsHandelstochter eines Energiekonzerns: versuchte Manipulation von Benzin-Futures 43 Mio. €
Die Handelsgesellschaft verkaufte physisches Benzin unter den Kaufangeboten, um den Referenzpreis zu drücken und so ihre Short-Positionen in EBOB-bezogenen Futures zu begünstigen. Im Vergleich zahlt sie 48 Mio. USD Zivilstrafe.
Physischer Handel und Derivatepositionen müssen gemeinsam überwacht werden, weil Manipulation oft über den Benchmark-Preis läuft.
Marktmanipulation im Rohstoffhandel (physische Geschäfte zugunsten von Derivatepositionen)
- Behörde / Gericht
- U.S. Commodity Futures Trading Commission (CFTC)
- Rechtsgebiet
- Kapitalmarkt und Finanzaufsicht · Marktmissbrauch und Insiderhandel
- Rechtsgrundlage
- Commodity Exchange Act und CFTC-Regulations (versuchte Marktmanipulation)
- Maßnahme
- Bußgeld
- Verfahrensstand
- rechtskräftig
- Branche
- Energie und Versorgung
Originalbetrag 48.000.000 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 27.08.2024.
- CFTC, Pressemitteilungen (Übersicht) (Entscheidung 2024) Pressemitteilung einer Behörde
Gegen die amtliche Quelle geprüft am 28.09.2026 · Fassung 4 · Unternehmensname anonymisiert seit 27.08.2026 · Direktlink
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17.06.2024 eine US-Handelsgesellschaft eines internationalen RohstoffhandelskonzernsRohstoffhändler: 55 Mio. USD für fremde Insiderinfos, Benchmark-Manipulation, Knebel-NDAs 51,3 Mio. €
Die US-Handelsgesellschaft eines internationalen Rohstoffhandelskonzerns handelte von 2014 bis April 2019 mit Benzin in Kenntnis vertraulicher Informationen, die ein Beschäftigter eines mexikanischen Handelsunternehmens pflichtwidrig weitergegeben hatte, und trieb im Februar 2017 mit dem Kauf von 80 Schiffsladungen Schweröl (3,6 Mio. Barrel) im Platts-Handelsfenster den Benchmark USGC HSFO zugunsten eigener Derivatepositionen künstlich nach oben. Zudem erschwerten weit gefasste Vertraulichkeitsklauseln in Arbeits- und Aufhebungsverträgen (2017–2020) Beschäftigten den direkten Kontakt zur CFTC – nach Angaben der Behörde ihre erste Maßnahme dieser Art gegen ein Unternehmen. Im Vergleich zahlt der Händler 55.000.000 USD Zivilstrafe und muss die Klauseln ändern.
Vertraulichkeitsklauseln brauchen eine ausdrückliche Ausnahme für Meldungen an Behörden, und Marktinformationen aus fremden Häusern müssen vor dem Handel auf ihre Herkunft geprüft werden.
Umgang mit vertraulichen Informationen Dritter im Rohstoffhandel; Meldewege zu Behörden nicht vertraglich verbauen
- Behörde / Gericht
- U.S. Commodity Futures Trading Commission (CFTC)
- Rechtsgebiet
- Kapitalmarkt und Finanzaufsicht · Marktmissbrauch und Insiderhandel
- Rechtsgrundlage
- Section 6(c)(1) und Section 23(h)–(j) Commodity Exchange Act; CFTC Regulations 180.1(a)(1), (3) und 165.19
- Maßnahme
- Bußgeld
- Verfahrensstand
- rechtskräftig
- Branche
- Energie und Versorgung
- Mildernde Umstände
- Der Händler hat nach eigenen Angaben freiwillig Abhilfe geschaffen (Richtlinien zur Marktintegrität, Kontrollen der marktbezogenen Kommunikation, mehr Schulung und Compliance-Tests).
- Veröffentlicht
- 17.06.2024
Originalbetrag 55.000.000 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 17.06.2024.
- U.S. Commodity Futures Trading Commission (CFTC), Veröffentlichung der Behörde (Entscheidung 2024) Entscheidung einer Behörde
Gegen die amtliche Quelle geprüft am 08.10.2026 · Unternehmensname anonymisiert seit 17.06.2026 · Direktlink