Compliance-Radar

Wer wurde wofür sanktioniert?

Bußgelder, Urteile und Vorfälle aus Europa und Nordamerika: 756 Fälle aus 32 Jurisdiktionen, jeder mit amtlicher Quelle und vor der Veröffentlichung gegen diese Quelle geprüft. Filtern Sie nach Land, Rechtsgebiet und Branche. Ein Klick auf ein Diagramm geht eine Ebene tiefer.

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25Fälle aus 7 Jurisdiktionen
5,49 Mrd. €Summe der Geldbeträge (21 Fälle mit Betrag)
4,75 Mrd. €Größter Einzelfall: Purdue Pharma L.P.
3,35 Mio. €Median je Fall mit Betrag

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Wann?

je Quartal, nach Entscheidungsdatum
2,38 Mrd. €4,76 Mrd. €Q3 2023: 0 FälleQ3 2023Q4 2023: 1 Fall, 13,4 Mio. €Q1 2024: 0 FälleQ1 2024Q2 2024: 1 Fall, 18,8 Mio. €Q3 2024: 0 FälleQ3 2024Q4 2024: 2 Fälle, 464,4 Mio. €Q1 2025: 2 Fälle, 957.452 €Q1 2025Q2 2025: 3 Fälle, 192,5 Mio. €Q3 2025: 2 Fälle, 176.590 €Q3 2025Q4 2025: 1 Fall, 200.913 €Q1 2026: 3 Fälle, 1,77 Mio. €Q1 2026Q2 2026: 4 Fälle, 4,76 Mrd. €Q3 2026: 6 Fälle, 31,9 Mio. €Q3 2026
Verlauf
ZeitraumFälleSumme
Q3 20230—
Q4 2023113,4 Mio. €
Q1 20240—
Q2 2024118,8 Mio. €
Q3 20240—
Q4 20242464,4 Mio. €
Q1 20252957.452 €
Q2 20253192,5 Mio. €
Q3 20252176.590 €
Q4 20251200.913 €
Q1 202631,77 Mio. €
Q2 202644,76 Mrd. €
Q3 2026631,9 Mio. €

25 Fälle

10.09.2026 Dompé U.S. Inc.Dompé U.S.: 32 Mio. USD – Zuzahlungen von Medicare-Patienten über Stiftungen übernommen USAGeschenke, Einladungen und Zuwendungen 27,5 Mio. €

Der Pharmahersteller soll von 2018 bis 2021 über zwei Patientenhilfe-Stiftungen die Zuzahlungen von Medicare-Versicherten für sein Medikament Oxervate finanziert haben, um dessen Absatz zu fördern. Nach einer Selbstanzeige zahlte Dompé 32 Mio. USD.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Vorteile, die über Stiftungen oder andere Dritte an Kunden fließen, bleiben Zuwendungen des Unternehmens – Spenden an Patientenhilfen brauchen strikte Unabhängigkeit.

Bezug zu Schulung und Awareness

Zuwendungen an Patienten und Kunden über Dritte

Behörde / Gericht
U.S. Department of Justice / U.S. Attorney's Office, District of Massachusetts
Rechtsgebiet
Korruption und Bestechung · Geschenke, Einladungen und Zuwendungen
Rechtsgrundlage
Anti-Kickback Statute (42 U.S.C. § 1320a-7b(b)); False Claims Act (31 U.S.C. §§ 3729 ff.)
Maßnahme
Sonstiges
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma
Mildernde Umstände
Selbstanzeige.

Originalbetrag 32.000.000 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 10.09.2026.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink

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25.08.2026 ExxonMobil Chemical LimitedExxonMobil Chemical: 267.000 GBP für fünf Kohlenwasserstoff-Lecks im Ethylenwerk Fife Vereinigtes KönigreichArbeitssicherheit und Arbeitsunfälle 312.098 €

Zwischen Februar 2018 und September 2019 traten im Störfallbetrieb (COMAH Upper Tier) Mossmorran fünf Lecks hochentzündlicher Kohlenwasserstoffe auf, alle verursacht durch Korrosion unter Isolierung; bei einem Leck entwichen rund 82 Tonnen. Bei einer Routinekontrolle im Mai 2019 rochen HSE-Inspektoren austretendes Gas – das Unternehmen kannte dieses Leck seit rund vier Monaten und hatte ohne zusätzliche Vorkehrungen weiterproduziert. Die Inspektionsregelungen für isolierte Rohrleitungen waren unzureichend; Strafe 267.000 GBP.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Wiederkehrende Schadensbilder müssen das Prüfkonzept ändern – Sichtprüfungen vom Boden reichen bei isolierten Leitungen nicht.

Behörde / Gericht
Health and Safety Executive (Kirkcaldy Sheriff Court)
Rechtsgebiet
Arbeitsschutz und Arbeitsrecht · Arbeitssicherheit und Arbeitsunfälle
Rechtsgrundlage
Provision and Use of Work Equipment Regulations 1998, reg. 6(2); Health and Safety at Work etc. Act 1974, s. 33(1)(c)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma
Beschäftigte
10.000 und mehr
Veröffentlicht
26.08.2026

Originalbetrag 267.000 GBP, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 25.08.2026.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink

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14.08.2026 Henkel AG & Co. KGaAHenkel/Liquid Nails: Gericht untersagt Übernahme des Loctite-Hauptkonkurrenten USAFusionskontrolle Anordnung

Henkel wollte die Baukleber-Marke Liquid Nails für 725 Mio. USD vom Finanzinvestor American Industrial Partners kaufen und damit den Hauptkonkurrenten seiner Marke Loctite übernehmen. Nach siebentägigem Verfahren erließ das Bundesgericht auf Antrag der FTC eine dauerhafte Verfügung gegen den Erwerb.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Die Übernahme des engsten Wettbewerbers ist auch bei überschaubarem Deal-Volumen ein hohes Untersagungsrisiko.

Behörde / Gericht
U.S. District Court for the Southern District of New York (auf Antrag der FTC)
Rechtsgebiet
Kartellrecht und Wettbewerb · Fusionskontrolle
Rechtsgrundlage
Section 7 Clayton Act; Section 13(b) FTC Act (Permanent Injunction)
Maßnahme
Anordnung
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Chemie und Pharma
Beschäftigte
10.000 und mehr
Veröffentlicht
17.08.2026

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10.08.2026 Veloxis Pharmaceuticals Inc.Veloxis: über 46 Mio. USD – Luxusreisen, Dinner und Geschenke für Transplantationsteams USAGeschenke, Einladungen und Zuwendungen Sonstiges

Veloxis gewährte von 2016 bis 2023 Transplantationsfachleuten teure Essen und Alkohol, Reisen und Aufenthalte in Luxusresorts, Geschenke und Beraterhonorare ohne Gegenleistung und zahlte Spezialapotheken verdeckte Vergütungen, um Verschreibungen und Einkäufe des Immunsuppressivums Envarsus XR zu fördern. Das Unternehmen schloss ein Deferred Prosecution Agreement mit einer Strafzahlung von mehr als 10 Mio. USD, zahlt zivilrechtlich 34,45 Mio. USD (21.211.251 USD an den Bund, 13.238.749 USD an Bundesstaaten) sowie 1,55 Mio. USD Strafe nach dem Sunshine Act (Open Payments) – die bislang höchste –, insgesamt über 46 Mio. USD.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Einladungen und Geschenke an Entscheider müssen nicht nur begrenzt, sondern auch vollständig in Transparenzregister gemeldet werden.

Bezug zu Schulung und Awareness

Geschenke, Reisen und Bewirtung für Fachkreise; Transparenzmeldungen

Behörde / Gericht
U.S. Department of Justice / U.S. Attorney's Office, District of Massachusetts
Rechtsgebiet
Korruption und Bestechung · Geschenke, Einladungen und Zuwendungen
Rechtsgrundlage
Anti-Kickback Statute; False Claims Act; Physician Payments Sunshine Act (Open Payments)
Maßnahme
Sonstiges
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma

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03.08.2026 Guangxi Kelun Pharmaceutical Co., Ltd.UFLPA-Liste: Antibiotikahersteller Guangxi Kelun Pharmaceutical aufgenommen USAZwangs- und Kinderarbeit Anordnung

Die FLETF listete den Hersteller von Cephalosporin-Antibiotika, weil er Antibiotika-Zwischenprodukte von Yili Chuanning Biotechnology aus Xinjiang bezieht. Waren des Unternehmens gelten damit bei der US-Einfuhr als mit Zwangsarbeit hergestellt, solange der Importeur dies nicht widerlegt.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Pharmaunternehmen müssen ihre Lieferketten bis zu Wirkstoff-Zwischenprodukten zurückverfolgen können.

Behörde / Gericht
U.S. Department of Homeland Security (Forced Labor Enforcement Task Force)
Rechtsgebiet
Lieferkette und Menschenrechte · Zwangs- und Kinderarbeit
Rechtsgrundlage
Uyghur Forced Labor Prevention Act, Section 2(d)(2)(B)(v)
Maßnahme
Anordnung
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Chemie und Pharma
Veröffentlicht
03.08.2026

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20.07.2026 EyePoint Pharmaceuticals, Inc.EyePoint: 4,66 Mio. USD – Kickbacks an OP-Zentren für den Einkauf eines Augenmedikaments USABestechung im geschäftlichen Verkehr 4,08 Mio. €

Der Pharmahersteller soll zwischen Januar 2019 und März 2023 ambulanten Operationszentren Kickbacks gezahlt haben, damit diese das Injektionsmedikament DEXYCU für Kataraktoperationen einkaufen und einsetzen. EyePoint zahlte zur Beilegung der False-Claims-Act-Vorwürfe 4.657.463,18 USD und schloss eine Corporate Integrity Agreement mit HHS-OIG.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Rabatte, Zahlungen oder Leistungen an Einrichtungen, die über den Einkauf entscheiden, brauchen eine dokumentierte, marktübliche Gegenleistung.

Bezug zu Schulung und Awareness

Vorteilsgewährung an Kunden und Einkaufsentscheider

Behörde / Gericht
U.S. Department of Justice
Rechtsgebiet
Korruption und Bestechung · Bestechung im geschäftlichen Verkehr
Rechtsgrundlage
Anti-Kickback Statute (42 U.S.C. § 1320a-7b(b)); False Claims Act (31 U.S.C. §§ 3729 ff.)
Maßnahme
Sonstiges
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma

Originalbetrag 4.657.463,18 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 20.07.2026.

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14.05.2026 Takeda Pharmaceuticals U.S.A., Inc.Takeda: 13,7 Mio. USD – Redner-Honorare und Luxus-Essen für verschreibende Ärzte USAGeschenke, Einladungen und Zuwendungen 11,7 Mio. €

Takeda soll von 2014 bis 2020 Ärzte gezielt in das Rednerprogramm für das Antidepressivum Trintellix aufgenommen und ihnen Honorare sowie Essen in teuren Restaurants gewährt haben, um Verschreibungen zu fördern; manche Teilnehmer besuchten dieselbe Veranstaltung mehrfach ohne Bildungsnutzen. Takeda zahlte 13.670.921 USD.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Rednerprogramme brauchen einen nachweisbaren Fortbildungszweck – wiederholte Teilnahme und teure Bewirtung machen sie zur Zuwendung.

Bezug zu Schulung und Awareness

Einladungen, Bewirtung und Honorare an Fachkreise

Behörde / Gericht
U.S. Department of Justice / U.S. Attorney's Office, Eastern District of California
Rechtsgebiet
Korruption und Bestechung · Geschenke, Einladungen und Zuwendungen
Rechtsgrundlage
Anti-Kickback Statute (42 U.S.C. § 1320a-7b(b)); False Claims Act (31 U.S.C. §§ 3729 ff.)
Maßnahme
Sonstiges
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma
Beschäftigte
10.000 und mehr

Originalbetrag 13.670.921 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 14.05.2026.

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28.04.2026 Purdue Pharma L.P.Purdue Pharma: 5,544 Mrd. USD Strafe – u. a. Kickbacks über das Rednerprogramm USAGeschenke, Einladungen und Zuwendungen 4,75 Mrd. €

Der Opioidhersteller wurde in Newark nach seinem Schuldbekenntnis von 2020 zu einer Geldstrafe von 3,544 Mrd. USD (geltend gemacht im Insolvenzverfahren) und einer Einziehung von 2 Mrd. USD verurteilt; auf die Einziehung können bis zu 1,775 Mrd. USD angerechnet werden, wenn Purdue als gemeinwohlorientiertes Unternehmen aus der Insolvenz hervorgeht. Purdue hatte die DEA getäuscht und Verschreibern über sein Rednerprogramm sowie einer Plattform für elektronische Patientenakten Kickbacks gezahlt, um mehr Opioid-Verschreibungen zu erreichen.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Honorarprogramme für Kunden, die Umsatz steuern, können Teil eines strafbaren Gesamtsystems werden – mit existenzbedrohenden Folgen.

Bezug zu Schulung und Awareness

Rednerhonorare und Vorteile für verschreibende Ärzte

Behörde / Gericht
U.S. District Court, District of New Jersey (Anklage: U.S. Department of Justice)
Rechtsgebiet
Korruption und Bestechung · Geschenke, Einladungen und Zuwendungen
Rechtsgrundlage
Verschwörung zum Betrug der USA und zur Verletzung des Food, Drug, and Cosmetic Act; zwei Fälle Verschwörung zur Verletzung des Anti-Kickback Statute (Schuldbekenntnis vom 24.11.2020)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Chemie und Pharma
Verschulden
vorsätzlich

Originalbetrag 5.544.000.000 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 28.04.2026.

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21.04.2026 Industrial Chemicals LimitedIndustrial Chemicals: 3,8 Mio. GBP nach Verätzungen mit Natronlauge – ein Bein amputiert Vereinigtes KönigreichArbeitssicherheit und Arbeitsunfälle 4,37 Mio. €

2019 trat ein Beschäftigter in eine Pfütze Natronlauge; seine Sicherheitsschuhe schützten nicht, das Bein musste unterhalb des Knies amputiert werden. 2022 erlitt ein weiterer Arbeiter beim manuellen Umfüllen Verätzungen. HSE fand undichte Leitungen und Ventile, fehlende Wartung, keine Gefährdungsbeurteilung für das Umfüllen und ungeprüfte Schutzschuhe; Strafe 3,8 Mio. GBP plus 124.748 GBP Kosten.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Gefahrstoffleckagen sind kein Normalzustand – Instandhaltung, Verschüttungsmanagement und geprüfte Schutzausrüstung gehören zusammen.

Bezug zu Schulung und Awareness

Umgang mit ätzenden Gefahrstoffen und PSA

Behörde / Gericht
Health and Safety Executive (Southwark Crown Court)
Rechtsgebiet
Arbeitsschutz und Arbeitsrecht · Arbeitssicherheit und Arbeitsunfälle
Rechtsgrundlage
Control of Substances Hazardous to Health Regulations 2002, reg. 7(1)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma
Veröffentlicht
24.04.2026

Originalbetrag 3.800.000 GBP, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 21.04.2026.

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06.04.2026 Caroline J. Campbell (Beschäftigte der ImmunityBio, Inc.)ImmunityBio-Mitarbeiterin verkauft Aktien vor Nachricht über FDA-Verzögerung USAMarktmissbrauch und Insiderhandel 288.298 €

Eine Beschäftigte des Biotech-Unternehmens verkaufte im Mai 2023 48.495 Aktien in Kenntnis der nicht öffentlichen Information, dass die FDA die Zulassung des Medikaments Anktiva verzögern würde; nach Bekanntgabe fiel der Kurs um rund 55 %. Im Vergleich zahlt sie 157.066,28 USD Gewinnabschöpfung, 18.130,97 USD Zinsen und 157.066,28 USD Zivilstrafe.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Handelsverbote und Sperrfristen müssen allen Beschäftigten mit Zugang zu Zulassungs- oder Studiendaten bekannt sein, nicht nur dem Vorstand.

Bezug zu Schulung und Awareness

Insiderhandelsverbot für Beschäftigte, Umgang mit Zulassungsinformationen

Behörde / Gericht
U.S. Securities and Exchange Commission (SEC)
Rechtsgebiet
Kapitalmarkt und Finanzaufsicht · Marktmissbrauch und Insiderhandel
Rechtsgrundlage
Section 10(b) Securities Exchange Act 1934, Rule 10b-5
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma

Originalbetrag 332.263,53 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 02.04.2026.

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28.01.2026 Syngenta LtdSyngenta: 400.000 GBP nach unkontrolliertem Hochdruck-Dampfaustritt bei Wartungsarbeiten Vereinigtes KönigreichArbeitssicherheit und Arbeitsunfälle 460.564 €

Beim Abtrennen von Flanschschrauben an einem Kondensatableiter versagte im November 2023 ein korrodiertes Absperrventil, und Hochdruckdampf trat aus; der Fremdfirmen-Monteur entkam knapp schweren Verletzungen. Der Agrochemiekonzern hatte Arbeitsmittel nicht instand gehalten und die Gefährdung trotz bekannter Korrosion nicht beurteilt (nur Einfach- statt Doppelabsperrung). Strafe 400.000 GBP plus 8.288 GBP Kosten.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Bekannte Korrosion verlangt sicherere Freischaltverfahren – Routinetätigkeiten dürfen Risiken nicht verdecken.

Bezug zu Schulung und Awareness

Freischalten und Absperren bei Instandhaltung

Behörde / Gericht
Health and Safety Executive (Leeds Magistrates' Court)
Rechtsgebiet
Arbeitsschutz und Arbeitsrecht · Arbeitssicherheit und Arbeitsunfälle
Rechtsgrundlage
Provision and Use of Work Equipment Regulations 1998, reg. 5(1); Management of Health and Safety at Work Regulations 1999, reg. 3(1)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma
Beschäftigte
10.000 und mehr
Veröffentlicht
28.01.2026

Originalbetrag 400.000 GBP, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 28.01.2026.

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13.01.2026 Estee Lauder Cosmetics Ltd.Estee Lauder Cosmetics: 750.000 CAD Strafe wegen nicht gemeldeter PFAS in Eyelinern Kanada, ONAbfall und Gefahrstoffe 463.765 €

Bei einer Routineinspektion 2023 wurde festgestellt, dass das Unternehmen Eyeliner mit dem PFAS-Stoff Perfluorononyl Dimethicone verkaufte, ohne die vorgeschriebene Meldung einer „bedeutenden neuen Tätigkeit“ abzugeben; eine anschließende Compliance-Anordnung wurde nicht befolgt. Das Gericht verhängte 750.000 CAD, das Unternehmen muss die Aktionäre informieren und steht im Environmental Offenders Registry.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Produktentwicklung und Regulatory Affairs müssen neue Stoffe vor Markteinführung auf Meldepflichten prüfen; behördliche Anordnungen sind fristgerecht umzusetzen.

Bezug zu Schulung und Awareness

Stoffrechtliche Melde- und Freigabepflichten bei Produkteinführungen

Behörde / Gericht
Ontario Court of Justice (Ermittlungen: Environment and Climate Change Canada)
Rechtsgebiet
Umwelt und Nachhaltigkeit · Abfall und Gefahrstoffe
Rechtsgrundlage
Canadian Environmental Protection Act, 1999 (Significant New Activity, Compliance Order)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Chemie und Pharma
Veröffentlicht
02.02.2026

Originalbetrag 750.000 CAD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 13.01.2026.

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07.01.2026 Superior General Partner Inc.Superior General Partner: 1,35 Mio. CAD Strafe für Natriumchlorit im Fluss und späte Meldung Kanada, QCAbfall und Gefahrstoffe 845.987 €

Aus dem Chemiewerk ERCO Mondial in Gatineau gelangte 2019 infolge eines Anlagendefekts zwölfmal Natriumchlorit in die Rivière du Lièvre; beim letzten Vorfall wurde die Behörde erst nach fünf Tagen informiert. Das Unternehmen wurde zu 1,35 Mio. CAD verurteilt, der damalige technische und Umweltdirektor zu 15.000 CAD.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Meldepflichten bei Stoffaustritten gelten sofort; wer Tage wartet, haftet zusätzlich – auch persönlich als Verantwortlicher.

Bezug zu Schulung und Awareness

Sofortige Meldung von Umweltvorfällen an Behörden

Behörde / Gericht
Court of Québec (Ermittlungen: Environment and Climate Change Canada)
Rechtsgebiet
Umwelt und Nachhaltigkeit · Abfall und Gefahrstoffe
Rechtsgrundlage
Fisheries Act (Einbringen schädlicher Stoffe; unterlassene sofortige Meldung)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Chemie und Pharma
Haftung von Führungskräften
Jean-François Roux, damaliger technischer und Umweltdirektor des Werks, wurde persönlich zu 15.000 CAD verurteilt.
Veröffentlicht
08.01.2026

Originalbetrag 1.365.000 CAD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 07.01.2026.

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28.10.2025 ExxonMobil Chemical LimitedExxonMobil Chemical: 176.000 GBP Strafe für sechs Tage Dauerabfackeln in Fife Vereinigtes KönigreichEmissionen und Genehmigungen 200.913 €

Nach einem Dampfverlust im April 2019 fackelte die Ethylenanlage in Fife fast eine Woche lang ab; der Rauch überschritt die Genehmigungsgrenzen deutlich, SEPA erhielt über 900 Beschwerden. Vorhandene Verfahren und Notfallpläne hätten den Vorfall verhindern sollen, wurden aber nicht ausreichend befolgt. Das Unternehmen bekannte sich schuldig und wurde zu 176.000 GBP verurteilt.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Notfallpläne schützen nur, wenn das Personal sie im Ernstfall konsequent anwendet – regelmäßiges Üben gehört zur Genehmigungstreue.

Bezug zu Schulung und Awareness

Einhaltung von Betriebs- und Notfallverfahren in Industrieanlagen

Behörde / Gericht
Kirkcaldy Sheriff Court (Ermittlungen: Scottish Environment Protection Agency, SEPA)
Rechtsgebiet
Umwelt und Nachhaltigkeit · Emissionen und Genehmigungen
Rechtsgrundlage
Regulation 67(1)(b) Pollution Prevention and Control (Scotland) Regulations 2012; Section 2 Pollution Prevention and Control Act 1999
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Chemie und Pharma
Beschäftigte
10.000 und mehr
Verschulden
fahrlässig
Veröffentlicht
28.10.2025

Originalbetrag 176.000 GBP, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 28.10.2025.

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10.09.2025 Colorcon LimitedPharmazulieferer Colorcon zahlte Moskauer Gehälter über sanktionierte Banken Vereinigtes KönigreichVerstöße gegen Sanktionen und Embargos 176.590 €

Das Moskauer Büro der britischen Tochter leistete 2022 Zahlungen – vor allem Gehälter – an Konten bei Alfa-Bank, Promsvyazbank, Sberbank und VTB; nach Abzug der durch eine Generallizenz gedeckten Zahlungen verblieben rund 128.300 GBP im Verstoß. Die Freigabe in Großbritannien prüfte nur Betrag und Empfänger, nicht die Bank; wegen vier Monaten Verzögerung bei der Meldung gab es nur 35 % statt 50 % Nachlass.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Wer Zahlungen freigibt, muss auch die Empfängerbank gegen Sanktionslisten prüfen – und entdeckte Verstöße ohne Verzögerung melden.

Bezug zu Schulung und Awareness

Zahlungsfreigabe mit Prüfung der Empfängerbank, zügige Meldung

Behörde / Gericht
HM Treasury, Office of Financial Sanctions Implementation (OFSI)
Rechtsgebiet
Sanktionen und Exportkontrolle · Verstöße gegen Sanktionen und Embargos
Rechtsgrundlage
Russia (Sanctions) (EU Exit) Regulations 2019, reg. 12
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma
Mildernde Umstände
Offenlegung und volle Kooperation, jedoch verspätet
Veröffentlicht
30.09.2025

Originalbetrag 152.750 GBP, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 10.09.2025.

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25.07.2025 Tamro Eesti OÜTamro Eesti: Anordnung gegen unfaire Zahlungsbedingungen bei Nahrungsergänzungsmitteln EstlandMissbrauch von Marktmacht Anordnung

Der Pharmagroßhändler hatte in Konsignationsverträgen die Zahlung an Lieferanten von Nahrungsergänzungsmitteln vom späteren Weiterverkauf abhängig gemacht (Zahlungsfrist über 30 Tage) und sich vorbehalten, Lieferanten für verdorbene Ware in Anspruch zu nehmen. Die Behörde stellte Verstöße gegen das Gesetz gegen unlautere Handelspraktiken in der Lebensmittelkette fest und ordnete geänderte Vertragsbedingungen an.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Einkaufsbedingungen im Lebensmittelbereich – auch für Nahrungsergänzungsmittel – müssen die 30-Tage-Zahlungsfrist und das Verbot der Risikoabwälzung einhalten.

Behörde / Gericht
Konkurentsiamet (Estnische Wettbewerbsbehörde)
Rechtsgebiet
Kartellrecht und Wettbewerb · Missbrauch von Marktmacht
Rechtsgrundlage
§ 4 Abs. 1 und 2, § 5 Abs. 2, § 7 Abs. 1 PTEKS (UTP-Richtlinie (EU) 2019/633)
Maßnahme
Anordnung
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Chemie und Pharma

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink

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16.06.2025 Unicat Catalyst Technologies, LLCKatalysatorhersteller Unicat belieferte Iran und gesperrte Venezuela-Firma USAVerstöße gegen Sanktionen und Embargos 3,35 Mio. €

Der texanische Anbieter von Katalysatoren für Raffinerien und Stahlwerke lieferte 2016–2021 über den früheren CEO, Beschäftigte und Vertreter Produkte und Beratung an Kunden in Iran und verkaufte Waren an ein gesperrtes venezolanisches Unternehmen. OFAC sah einen schwerwiegenden, aber selbst angezeigten Fall; parallel gab es Vergleiche mit DOJ und BIS, die bei der Höhe berücksichtigt wurden.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Wenn die Geschäftsleitung selbst Embargogeschäfte steuert, helfen nur unabhängige Kontrollen und Hinweisgeberkanäle – eine Selbstanzeige nach Aufdeckung mindert die Strafe, verhindert sie aber nicht.

Behörde / Gericht
U.S. Department of the Treasury, Office of Foreign Assets Control (OFAC)
Rechtsgebiet
Sanktionen und Exportkontrolle · Verstöße gegen Sanktionen und Embargos
Rechtsgrundlage
Iranian Transactions and Sanctions Regulations; Venezuela Sanctions Regulations; IEEPA
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma
Verschulden
vorsätzlich
Mildernde Umstände
Selbstanzeige, Kooperation und Abhilfemaßnahmen nach Aufdeckung
Haftung von Führungskräften
Verstöße wurden laut OFAC vom früheren CEO und Mitgründer sowie früheren Beschäftigten getragen.
Veröffentlicht
16.06.2025

Originalbetrag 3.882.797 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 16.06.2025.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink

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28.04.2025 Gilead Sciences, Inc.Gilead: 202 Mio. USD – Rednerprogramme mit Honoraren, Luxus-Essen und Reisen USAGeschenke, Einladungen und Zuwendungen 177,8 Mio. €

Gilead zahlte Ärzten, die bei Veranstaltungen zu seinen HIV-Medikamenten sprachen oder sie besuchten, Honorare, Essen und Reisekosten, um Verschreibungen zu fördern; Hochverschreiber erhielten Hunderttausende Dollar, Veranstaltungen fanden in Luxusrestaurants statt. Der vom Gericht genehmigte Vergleich über 202 Mio. USD enthält umfangreiche Tatsachengeständnisse.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Wer Redner nach Verschreibungsvolumen auswählt, macht aus Fortbildung Bestechung – Auswahlkriterien und Bewirtungsgrenzen müssen dokumentiert sein.

Bezug zu Schulung und Awareness

Honorare und Bewirtung bei Fachveranstaltungen

Behörde / Gericht
U.S. Attorney's Office, Southern District of New York; U.S. District Court (S.D.N.Y.)
Rechtsgebiet
Korruption und Bestechung · Geschenke, Einladungen und Zuwendungen
Rechtsgrundlage
Anti-Kickback Statute (42 U.S.C. § 1320a-7b(b)); False Claims Act (31 U.S.C. §§ 3729 ff.)
Maßnahme
Sonstiges
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma
Beschäftigte
10.000 und mehr
Veröffentlicht
29.04.2025

Originalbetrag 202.000.000 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 28.04.2025.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink

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24.04.2025 Johnson & Johnson Consumer NV; Boehringer Ingelheim SComm; Haleon Belgium NVJohnson & Johnson, Boehringer, Haleon: 11,2 Mio. EUR für Regalabsprache in Apotheken BelgienKartelle und Absprachen 11,2 Mio. €

Die drei OTC-Arzneimittelhersteller entwickelten über mehr als 15 Jahre gemeinsam das Category-Management-Projekt „SMAN“, mit dem sie die Platzierung rezeptfreier Arzneimittel in ausgewählten Apotheken zu ihren Gunsten steuerten und Konkurrenzprodukte benachteiligten oder ausschlossen. Im Vergleichsverfahren verhängte die Behörde zusammen 11.249.280,48 EUR.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Category-Management-Vereinbarungen mit Händlern dürfen Wettbewerber nicht aus dem Regal drängen – gemeinsame Planogramme mit Konkurrenten sind tabu.

Bezug zu Schulung und Awareness

Kartellrechtliche Grenzen von Category Management

Behörde / Gericht
Autorité belge de la Concurrence / Belgische Mededingingsautoriteit (BMA)
Rechtsgebiet
Kartellrecht und Wettbewerb · Kartelle und Absprachen
Rechtsgrundlage
Code de droit économique Art. IV.1; AEUV Art. 101
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma
Beschäftigte
10.000 und mehr
Veröffentlicht
24.04.2025

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink

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20.01.2025 Pharnext SAPharnext: FDA-Rückschläge verspätet gemeldet und beschönigt FrankreichVeröffentlichungs- und Meldepflichten 800.000 €

Das Biotech-Unternehmen veröffentlichte die Forderung der FDA nach einer zusätzlichen Studie zu PXT-3003 und die spätere Ablehnung eines SPA-Antrags nicht so bald wie möglich und verbreitete irreführende Mitteilungen an Aktionäre. Sanktionen: Pharnext 500.000 €, Ex-CEO Daniel Cohen 200.000 €, Ex-CEO David Horn Solomon 100.000 €.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Negative Rückmeldungen von Zulassungsbehörden sind regelmäßig Insiderinformationen und dürfen in Aktionärsbriefen nicht positiv umgedeutet werden.

Behörde / Gericht
Autorité des marchés financiers (AMF), Commission des sanctions
Rechtsgebiet
Kapitalmarkt und Finanzaufsicht · Veröffentlichungs- und Meldepflichten
Rechtsgrundlage
Art. 17 MAR; Art. 12 Abs. 1 lit. c und Art. 15 MAR
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
angefochten
Branche
Chemie und Pharma
Haftung von Führungskräften
Daniel Cohen (Mitgründer, Generaldirektor bis April 2020): 200.000 €; David Horn Solomon (Generaldirektor ab April 2020): 100.000 €
Quellen

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14.01.2025 AFCO (Tochtergesellschaft der Zep Inc.)Zep-Tochter AFCO: 161.310 $ vorgeschlagen nach Stickstoffdioxid-Freisetzung USAArbeitssicherheit und Arbeitsunfälle 157.452 €

Im Juli 2024 wurde im Werk der Zep-Tochter AFCO in Chambersburg (Pennsylvania) bei der Chemikalienverarbeitung Stickstoffdioxid oberhalb des Grenzwerts freigesetzt; zwölf Beschäftigte wurden im Krankenhaus untersucht, zwei stationär behandelt. OSHA bemängelte fehlenden Notfallplan, mangelhaftes Atemschutz- und Gefahrstoffprogramm sowie verspätete Evakuierung und schlug 161.310 $ vor (u. a. ein Wiederholungsverstoß).

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Ein geübter Notfall- und Evakuierungsplan entscheidet bei Chemikalienfreisetzungen darüber, wie viele Beschäftigte zu Schaden kommen.

Bezug zu Schulung und Awareness

Verhalten bei Gasfreisetzung und Evakuierung

Behörde / Gericht
U.S. Department of Labor – Occupational Safety and Health Administration (OSHA)
Rechtsgebiet
Arbeitsschutz und Arbeitsrecht · Arbeitssicherheit und Arbeitsunfälle
Rechtsgrundlage
29 CFR 1910.120, 1910.134, 1910.1200
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Chemie und Pharma
Wiederholungsfall
ja
Veröffentlicht
14.01.2025

Originalbetrag 161.310 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 14.01.2025.

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22.11.2024 Viatris Inc.Viatris: 1,5 Mio. GBP – Schlüsselpersonal trotz Stillhalteanordnung ausgetauscht Vereinigtes KönigreichFusionskontrolle 1,8 Mio. €

Während der Prüfung des Verkaufs der europäischen Rechte an den Hormonpräparaten Duphaston und Femoston an Theramex galt eine Initial Enforcement Order. Viatris tauschte ohne Zustimmung der CMA Mitglieder des britischen Managements aus und meldete den Verstoß anschließend nicht; die CMA verhängte 1,5 Mio. GBP.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Während einer Fusionsprüfung sind auch Personalentscheidungen im Zielgeschäft zustimmungspflichtig – und Verstöße müssen sofort gemeldet werden.

Bezug zu Schulung und Awareness

Stillhalte- und Interimspflichten in Fusionsverfahren (Management, HR)

Behörde / Gericht
Competition and Markets Authority (CMA)
Rechtsgebiet
Kartellrecht und Wettbewerb · Fusionskontrolle
Rechtsgrundlage
Enterprise Act 2002, s. 72(2) (Initial Enforcement Order), s. 94A
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Chemie und Pharma
Beschäftigte
10.000 und mehr

Originalbetrag 1.500.000 GBP, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 22.11.2024.

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31.10.2024 Teva Pharmaceutical Industries (Teva-Gruppe)EU: 462,6 Mio. € gegen Teva wegen Patentmissbrauchs und Herabsetzung eines Konkurrenzmittels EU-EbeneMissbrauch von Marktmacht 462,6 Mio. €

Teva missbrauchte seine beherrschende Stellung beim MS-Mittel Copaxone: Es verlängerte den Patentschutz künstlich durch gestaffelte Teilanmeldungen beim EPA und deren taktische Rücknahme und verbreitete bei Ärzten und Entscheidern irreführende Aussagen über ein zugelassenes Konkurrenzprodukt. Betroffen waren sieben Mitgliedstaaten über vier bis neun Jahre.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Außendienst- und Medical-Affairs-Kommunikation über Konkurrenzprodukte muss belegbar und sachlich sein; Patentstrategien marktbeherrschender Unternehmen brauchen kartellrechtliche Prüfung.

Bezug zu Schulung und Awareness

Herabsetzende Aussagen über Wettbewerbsprodukte gegenüber Fachkreisen

Behörde / Gericht
Europäische Kommission
Rechtsgebiet
Kartellrecht und Wettbewerb · Missbrauch von Marktmacht
Rechtsgrundlage
Art. 102 AEUV
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Chemie und Pharma
Beschäftigte
10.000 und mehr

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19.04.2024 SCG Plastics Co., Ltd.SCG Plastics zahlt 20 Mio. USD für verschleierte Verkäufe iranischen Polyethylens USAVerstöße gegen Sanktionen und Embargos 18,8 Mio. €

Die thailändische Kunststoffgesellschaft ließ 2017–2018 US-Banken 467 Zahlungen über 291 Mio. USD für HDPE-Kunststoff abwickeln, der in einem iranischen Gemeinschaftsunternehmen mit der staatlichen National Petrochemical Company hergestellt wurde. Versand- und Dokumentationspraktiken verschleierten den iranischen Ursprung.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Wer in US-Dollar abrechnet, holt US-Sanktionsrecht ins Geschäft – Beteiligungen in Embargoländern erfordern eine strikte Trennung der Zahlungsströme.

Behörde / Gericht
U.S. Department of the Treasury, Office of Foreign Assets Control (OFAC)
Rechtsgebiet
Sanktionen und Exportkontrolle · Verstöße gegen Sanktionen und Embargos
Rechtsgrundlage
Iranian Transactions and Sanctions Regulations (31 C.F.R. part 560)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma
Verschulden
vorsätzlich
Veröffentlicht
19.04.2024

Originalbetrag 20.000.000 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 19.04.2024.

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19.10.2023 Alkaloids of Australia, Alkaloids Corporation, Boehringer, Linnea, Transo-Pharm (C2 PHARMA Kronzeuge)EU: 13,4 Mio. € gegen Pharma-Wirkstoffkartell (SNBB für Buscopan) EU-EbeneKartelle und Absprachen 13,4 Mio. €

Sechs Hersteller und Händler des Wirkstoffs SNBB (Grundstoff für Buscopan und Generika) legten von 2005 bis 2019 Mindestpreise fest, teilten Quoten zu und tauschten sensible Informationen aus. Erstes Kartell, das die Kommission im Pharmabereich zu einem Wirkstoff ahndete; C2 PHARMA erhielt vollen Erlass, alle Parteien schlossen einen Vergleich.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Auch kleine Nischenmärkte für Wirkstoffe stehen im Fokus – Kontakte zu Wettbewerbern über Preise oder Mengen sind tabu.

Bezug zu Schulung und Awareness

Preis- und Quotenabsprachen im Wirkstoffhandel

Behörde / Gericht
Europäische Kommission
Rechtsgebiet
Kartellrecht und Wettbewerb · Kartelle und Absprachen
Rechtsgrundlage
Art. 101 AEUV, Art. 53 EWR-Abkommen
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Chemie und Pharma
Mildernde Umstände
Kronzeugenregelung (C2 PHARMA 100 %, Transo-Pharm 50 %, Linnea 30 %), 10 % Vergleichsnachlass

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