Compliance-Radar

Wer wurde wofür sanktioniert?

Bußgelder, Urteile und Vorfälle aus Europa, Nordamerika und Asien-Pazifik: 1.838 Fälle aus 37 Jurisdiktionen, jeder mit amtlicher Quelle und vor der Veröffentlichung gegen diese Quelle geprüft. Filtern Sie nach Land, Rechtsgebiet und Branche. Ein Klick auf ein Diagramm geht eine Ebene tiefer.

5Fälle aus 1 Jurisdiktion
44,1 Mio. €Summe der Geldbeträge (3 Fälle mit Betrag)
10 Mio. €Median je Fall mit Betrag

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Wo?

nach Behörde
  1. Federal Court of Australia (auf Antrag der Australian Securities and Investments Commission, ASIC) 33,7 Mio. € 76 % · 1 Fall
  2. Supreme Court of New South Wales (Anklage des Commonwealth Director of Public Prosecutions nach Ermittlungen der ASIC) 10 Mio. € 23 % · 1 Fall
  3. Consumer Affairs Victoria / Federal Court of Australia 366.010 € 1 % · 1 Fall
  4. NSW Fair Trading – 0 % · 2 Fälle

Wofür?

nach Maßnahme
  1. Bußgeld 44,1 Mio. € 100 % · 4 Fälle
  2. Sonstiges – 0 % · 1 Fall

Wen?

nach Branche

Alle Branchen

  1. Handel und E-Commerce 33,7 Mio. € 76 % · 1 Fall
  2. Finanzdienstleistungen und Versicherungen 10 Mio. € 23 % · 1 Fall
  3. Bau und Immobilien 366.010 € 1 % · 1 Fall
  4. Automobil – 0 % · 2 Fälle

Wann?

je Quartal, nach Entscheidungsdatum
Verlauf
ZeitraumFälleSumme
Q4 20230–
Q1 20240–
Q2 20240–
Q3 20240–
Q4 20240–
Q1 2025110 Mio. €
Q2 20250–
Q3 20250–
Q4 20251–
Q1 20260–
Q2 20262366.010 €
Q3 2026133,7 Mio. €
Q4 20260–

5 Fälle

28.07.2026 Harvey Norman Holdings Ltd; Latitude Finance AustraliaHarvey Norman und Latitude: 55 Mio. AUD Strafe für irreführende Zinsfrei-Werbung AustralienIrreführende Werbung und Preisangaben 33,7 Mio. €

Eine landesweite Werbekampagne von Januar 2020 bis August 2021 versprach Käufe bei Harvey Norman mit 60 Monaten zinsfrei und ohne Anzahlung, verschwieg aber, dass dafür eine Kreditkarte wie die Latitude GO Mastercard mit monatlichen Kontogebühren und bis März 2021 auch Einrichtungsgebühren nötig war. Nach der 2024 festgestellten und 2025 im Rechtsmittelverfahren bestätigten Haftung setzte das Gericht 35 Mio. AUD gegen Harvey Norman und 20 Mio. AUD gegen Latitude fest und ordnete 90 Tage Korrekturhinweise auf den Startseiten an. Die höhere Strafe für Harvey Norman begründete es mit geringerer Einsicht.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Wer Finanzierungsangebote bewirbt, muss die dafür nötigen Kreditprodukte und ihre Kosten ebenso deutlich nennen wie das Lockangebot.

Bezug zu Schulung und Awareness

Transparente Werbung für Ratenzahlungs- und Kreditangebote

Behörde / Gericht
Federal Court of Australia (auf Antrag der Australian Securities and Investments Commission, ASIC)
Rechtsgebiet
Verbraucherschutz und Onlinehandel · Irreführende Werbung und Preisangaben
Rechtsgrundlage
ss 12DB(1)(a), (g), (i), 12DF(1) ASIC Act 2001 (Cth); Haftungsfeststellung auch zu s 12DA(1)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Handel und E-Commerce
Mildernde Umstände
Latitude zeigte nach Auffassung des Gerichts Reue; die beanstandete Werbung war eingestellt.
Haftung von Führungskräften
Das Gericht wertete öffentliche Äußerungen des Board-Vorsitzenden von Harvey Norman als Missachtung möglicher Schäden für Verbraucher und hielt deshalb eine höhere Strafe für nötig.
Veröffentlicht
28.07.2026

Originalbetrag 55.000.000 AUD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 28.07.2026.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 03.10.2026 · Direktlink

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22.06.2026 OzCar Pty LtdGebrauchtwagenhändler OzCar: Rüge und Lizenzauflagen wegen unlauterer Verkaufspraxis AustralienIrreführende Werbung und Preisangaben Bußgeld

NSW Fair Trading (Verbraucherschutzbehörde von New South Wales) erteilte dem Gebrauchtwagenhändler OzCar Pty Ltd am 22. Juni 2026 eine Rüge und versah die Händlerlizenz mit Auflagen. Die Behörde nennt das Höchstmaß im Disziplinarverfahren, ohne den gegen das Unternehmen verhängten Betrag zu nennen. Die Ermittlungen ergaben für 2023 bis 2025 ein Muster unredlichen Verhaltens; Kunden berichteten unter anderem, zur Unterschrift gedrängt oder über den Zweck von Verträgen getäuscht worden zu sein, dass Verträge – auch gegenüber besonders schutzbedürftigen Käufern – nicht ordnungsgemäß erklärt und Fahrzeuge von nicht akzeptabler Qualität verkauft wurden. Das Unternehmen muss unter anderem ein Compliance-Programm mit Schulungen für das Verkaufspersonal einführen, darf Verzichtserklärungen auf das gesetzliche Rücktrittsrecht (Cooling-off) nicht mehr vorausfüllen lassen und muss Mängel, die Sicherheit oder Zuverlässigkeit betreffen, vor dem Verkauf beheben.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Verzichtserklärungen auf ein Rücktrittsrecht dürfen nie vorbelegt werden, und Verträge müssen Kunden nachweisbar erklärt werden – besonders schutzbedürftigen Käufern.

Bezug zu Schulung und Awareness

Faire Verkaufsgespräche, Rücktrittsrechte und Umgang mit schutzbedürftigen Kunden

Fehlende oder unzureichende Schulung spielte in der Entscheidung eine Rolle.

Behörde / Gericht
NSW Fair Trading
Rechtsgebiet
Verbraucherschutz und Onlinehandel · Irreführende Werbung und Preisangaben
Rechtsgrundlage
Motor Dealers and Repairers Act 2013 (NSW), s 45(1)(a), (b), (d) und (d1)(ii)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Automobil
Haftung von Führungskräften
Maßnahmen gegen einzelne Personen werden hier nicht wiedergegeben.
Veröffentlicht
24.09.2026

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 03.10.2026 · Direktlink

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24.04.2026 White Ray Oakleigh Pty Ltd (Ray White Oakleigh)Federal Court: 600.000 AUD gegen Ex-Betreiber von Ray White Oakleigh wegen Underquoting AustralienIrreführende Werbung und Preisangaben 366.010 €

Auf Betreiben von Consumer Affairs Victoria (Verbraucherschutzbehörde des Bundesstaats Victoria) verurteilte der Federal Court of Australia die White Ray Oakleigh Pty Ltd, früherer Betreiber des Maklerbüros Ray White Oakleigh, zur Zahlung von 600.000 AUD, weil sie zwischen Februar 2022 und November 2023 neun Immobilien weit unter Marktwert und zu Preisen beworben hatte, mit denen sie selbst nicht rechnete (Underquoting). Laut Behörde sahen die Maklerverträge oft für Erlöse über dem Mindestpreis deutlich höhere Provisionen vor, und die Verkäufer wurden nach Vertragsschluss zu niedrigeren Mindestpreisen bewegt; Textnachrichten zwischen den Maklern zeigten, dass sie mit erheblich höheren Preisen rechneten. Das Gericht stellte irreführendes Verhalten und falsche oder irreführende Angaben fest.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Preisangaben in Immobilienanzeigen müssen der tatsächlichen Einschätzung des Maklers entsprechen; Provisionsmodelle, die Anreize für Lockpreise setzen, sind ein eigenes Compliance-Risiko.

Bezug zu Schulung und Awareness

Wahrheitsgemäße Preisangaben in der Immobilienwerbung (Underquoting)

Behörde / Gericht
Consumer Affairs Victoria / Federal Court of Australia
Rechtsgebiet
Verbraucherschutz und Onlinehandel · Irreführende Werbung und Preisangaben
Rechtsgrundlage
Irreführendes Verhalten sowie falsche oder irreführende Angaben (Vorschriften in der Mitteilung nicht genannt)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Bau und Immobilien
Verschulden
vorsätzlich
Mildernde Umstände
Das Unternehmen räumte das Verhalten ein und kooperierte im Gerichtsverfahren mit der Behörde; es betreibt das Büro seit 2025 nicht mehr.
Veröffentlicht
24.04.2026

Originalbetrag 600.000 AUD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 24.04.2026.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 03.10.2026 · Direktlink

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17.11.2025 Atom Motorss Pty LtdNSW: Kfz-Händler Atom Motorss verliert Lizenz wegen falscher Angaben zu Sicherungsrechten AustralienIrreführende Werbung und Preisangaben Sonstiges

NSW Fair Trading (Verbraucherschutzbehörde von New South Wales) entzog der Atom Motorss Pty Ltd am 17. November 2025 die Kfz-Händlerlizenz und sperrte das Unternehmen für fünf Jahre. Maßnahmen gegen einzelne Personen werden hier nicht wiedergegeben. Nach der Mitteilung hatte das Unternehmen ohne Lizenz als Kfz-Händler gehandelt und Verbrauchern beim Fahrzeugverkauf in den vorgeschriebenen Händlerformularen falsche Angaben aus dem Personal Property Securities Register (PPSR, Register für Sicherungsrechte an beweglichen Sachen) gemacht.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Angaben zu Belastungen eines Fahrzeugs müssen aus einer aktuellen Registerabfrage stammen; falsche Formularangaben können die Gewerbeerlaubnis kosten.

Bezug zu Schulung und Awareness

Korrekte Angaben zu Belastungen und Sicherungsrechten beim Gebrauchtwagenverkauf

Behörde / Gericht
NSW Fair Trading
Rechtsgebiet
Verbraucherschutz und Onlinehandel · Irreführende Werbung und Preisangaben
Rechtsgrundlage
Motor Dealers and Repairers Act 2013 (NSW), s 45(1)(f) und (g); zugrunde liegende Verstöße gegen den Motor Dealers and Repairers Act 2013 und das Australian Consumer Law
Maßnahme
Sonstiges
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Automobil
Haftung von Führungskräften
Maßnahmen gegen einzelne Personen werden hier nicht wiedergegeben.
Veröffentlicht
12.03.2026

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 03.10.2026 · Direktlink

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28.02.2025 Allianz Australia Insurance Limited; AWP Australia Pty LtdAllianz und AWP: 16,8 Mio. AUD Geldstrafen wegen irreführender Reiseversicherungsangaben AustralienIrreführende Werbung und Preisangaben 10 Mio. €

Zwischen 2016 und 2018 veröffentlichten Allianz Australia und die für Allianz tätige Vertriebs- und Verwaltungsgesellschaft AWP im Internet Angaben zu Reiseversicherungen, die Höchstleistungen nannten, ohne ausreichend auf Unterlimits, Bedingungen und Ausschlüsse hinzuweisen. Das Gericht verurteilte Allianz in sechs Fällen zu je 2,25 Mio. AUD (13,5 Mio. AUD) und AWP in einem Fall zu 3,3 Mio. AUD, jeweils nach 25 % Nachlass für frühe Schuldbekenntnisse. 781 Kunden hatten zuvor Entschädigungen von zusammen 1.264.864 AUD erhalten.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Eine eingesparte Rechtsprüfung von Webinhalten kann ein Vielfaches an Strafen und Entschädigungen kosten; Produktwerbung braucht eine verbindliche Freigabe.

Bezug zu Schulung und Awareness

Rechtliche Prüfung von Produktinformationen und Werbeseiten vor der Veröffentlichung

Behörde / Gericht
Supreme Court of New South Wales (Anklage des Commonwealth Director of Public Prosecutions nach Ermittlungen der ASIC)
Rechtsgebiet
Verbraucherschutz und Onlinehandel · Irreführende Werbung und Preisangaben
Rechtsgrundlage
ss 1041E(1), 1311(1) Corporations Act 2001 (Cth)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Finanzdienstleistungen und Versicherungen
Verschulden
fahrlässig
Wiederholungsfall
ja
Mildernde Umstände
Schuldbekenntnisse zum frühestmöglichen Zeitpunkt, freiwillige Offenlegung, volle Kooperation mit den Ermittlungsbehörden und Entschädigung der betroffenen Kunden.
Haftung von Führungskräften
Ein General Manager lehnte 2016 eine externe rechtliche Prüfung der Website für geschätzt 25.000 bis 30.000 AUD ab; das Gericht sah die Ursache der Verstöße im Unwillen, für eine ausreichende Aufsicht Geld auszugeben.
Veröffentlicht
28.02.2025

Originalbetrag 16.800.000 AUD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 28.02.2025.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 03.10.2026 · Direktlink

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