Compliance-Radar

Wer wurde wofür sanktioniert?

Bußgelder, Urteile und Vorfälle aus Europa, Nordamerika, Lateinamerika, Asien-Pazifik, Naher Osten und Afrika: 2.207 Fälle aus 44 Jurisdiktionen, jeder mit amtlicher Quelle und vor der Veröffentlichung gegen diese Quelle geprüft. Filtern Sie nach Land, Rechtsgebiet und Branche. Ein Klick auf ein Diagramm geht eine Ebene tiefer.

7Fälle aus 4 Jurisdiktionen
24,3 Mio. €Summe der Geldbeträge
19,8 Mio. €Größter Einzelfall: The Chemours Company; The Chemours Company FC, LLC
874.915 €Median je Fall mit Betrag

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Wann?

je Jahr, nach Entscheidungsdatum
Verlauf
ZeitraumFälleSumme
20231895.685 €
20240–
20251200.913 €
2026523,2 Mio. €

7 Fälle

24.06.2026 The Chemours Company; The Chemours Company FC, LLCChemours: 22,5 Mio. USD Zivilstrafe im PFAS-Vergleich mit EPA und West Virginia USAEmissionen und Genehmigungen 19,8 Mio. €

EPA, US-Justizministerium und die Umweltbehörde West Virginias haben mit Chemours einen Vergleich (Consent Decree) über PFAS-Einleitungen in Cape Fear, Delaware und Ohio River geschlossen, die teils ohne und teils entgegen den Einleitgenehmigungen erfolgten; hinzu kommen Verstöße gegen TSCA und RCRA an vier Werken. Chemours zahlt 22.500.000 USD Zivilstrafe in drei Jahresraten von je 7.500.000 USD und übernimmt Abhilfe, u. a. Trinkwasserversorgung, PFAS-Kontrollen und ein 90-Mio.-USD-Minderungsprogramm, nach EPA-Angaben zusammen über 450 Mio. USD. Der Vergleich wurde am 24. Juni 2026 bei Gericht eingereicht und steht unter dem Vorbehalt öffentlicher Kommentierung und gerichtlicher Genehmigung. Die Feststellungen in dieser Fassung sind mutmaßlich; ein abschließendes Urteil liegt ihr nicht zugrunde. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Wer PFAS herstellt, muss jede Einleitung laufend gegen die Genehmigung abgleichen – ungeregelte Stoffströme führen zu Strafe und teuren Pflichten gegenüber Anwohnern.

Bezug zu Schulung und Awareness

Einleitgenehmigungen und PFAS-Emissionen

Behörde / Gericht
U.S. Environmental Protection Agency (EPA) / U.S. Department of Justice mit West Virginia Department of Environmental Protection (U.S. District Court, Southern District of West Virginia)
Rechtsgebiet
Umwelt und Nachhaltigkeit · Emissionen und Genehmigungen
Rechtsgrundlage
Clean Water Act (NPDES); Resource Conservation and Recovery Act; Toxic Substances Control Act; West Virginia Water Pollution Control Act
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
nicht rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma
Mildernde Umstände
Die Höhe der Zivilstrafe wurde nach der Zahlungsfähigkeit des Unternehmens bemessen.
Veröffentlicht
24.06.2026

Originalbetrag 22.500.000 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 24.06.2026.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 03.10.2026 · Direktlink

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23.06.2026 Denka Performance Elastomer, LLCDenka Performance Elastomer: 996.703 USD wegen Gefahrabfällen im Neoprenwerk USAAbfall und Gefahrstoffe 874.915 €

Die EPA (Region 6) hat mit Denka Performance Elastomer eine Vergleichsvereinbarung mit abschließender Anordnung (Consent Agreement and Final Order) zu RCRA-Verstößen im Neoprenwerk in LaPlace (Louisiana) erlassen: fehlende Einstufung von Abfällen, Verstöße gegen Deponierungsbeschränkungen sowie Behandlung und Lagerung gefährlicher Abfälle ohne Genehmigung. Denka zahlt 996.703,35 USD und muss eine Solegrube samt Nebenanlagen räumen; nimmt das derzeit stillgelegte Werk den Betrieb wieder auf, gelten weitere Auflagen, u. a. zu Abfallinventar, Behältern, Schulung und Schutzausrüstung. Die Feststellungen in dieser Fassung sind mutmaßlich; ein abschließendes Urteil liegt ihr nicht zugrunde.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Jeder Abfallstrom braucht eine dokumentierte Einstufung als gefährlich oder nicht – ohne sie fehlt die Grundlage für rechtmäßige Lagerung, Behandlung und Entsorgung.

Bezug zu Schulung und Awareness

Einstufung und Lagerung gefährlicher Abfälle

Fehlende oder unzureichende Schulung spielte in der Entscheidung eine Rolle.

Behörde / Gericht
U.S. Environmental Protection Agency (EPA), Region 6
Rechtsgebiet
Umwelt und Nachhaltigkeit · Abfall und Gefahrstoffe
Rechtsgrundlage
Resource Conservation and Recovery Act (RCRA), Docket RCRA-06-2025-0910
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma
Wiederholungsfall
ja
Veröffentlicht
02.07.2026

Originalbetrag 996.703,35 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 23.06.2026.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 03.10.2026 · Direktlink

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13.05.2026 NaphtachimieMarseille: Umwelt-CJIP mit Naphtachimie über 1,2 Mio. Euro nach Ölaustritten in Lavéra FrankreichEmissionen und Genehmigungen 1,2 Mio. €

Am Petrochemiestandort Lavéra in Martigues trat Pyrolyseöl zweimal aus: im Juli 2018 rund 50 Tonnen durch eine defekte Dichtung in die Anse d'Auguette, von wo ein Teil ins Meer gelangte, und im April 2022 rund eine Tonne durch eine korrodierte Seewasserleitung, wovon etwa 500 kg die Anse d'Auguette erreichten. Naphtachimie schloss deshalb mit der Staatsanwaltschaft Marseille eine Umwelt-CJIP, zahlt eine Geldauflage von 1.200.000 EUR, entschädigt zwei Umweltverbände und erprobt auf eigene Kosten eine biologische Sanierung der Anse d'Auguette; validiert am 13.05.2026.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Dichtungen und Leitungen an Anlagen mit wassergefährdenden Stoffen müssen vorausschauend geprüft werden; Leckagen führen zu Geldauflage und Sanierungspflichten.

Bezug zu Schulung und Awareness

Instandhaltung und Leckageschutz an Industrieanlagen am Wasser

Behörde / Gericht
Parquet de Marseille (Procureur de la République); Validierung durch den Präsidenten des Tribunal judiciaire de Marseille
Rechtsgebiet
Umwelt und Nachhaltigkeit · Emissionen und Genehmigungen
Rechtsgrundlage
Art. 41-1-3 Code de procédure pénale (pollution des eaux)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma
Veröffentlicht
26.05.2026

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 02.10.2026 · Direktlink

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13.01.2026 Estee Lauder Cosmetics Ltd.Estee Lauder Cosmetics: 750.000 CAD Strafe wegen nicht gemeldeter PFAS in Eyelinern Kanada, ONAbfall und Gefahrstoffe 463.765 €

Bei einer Routineinspektion 2023 wurde festgestellt, dass das Unternehmen Eyeliner mit dem PFAS-Stoff Perfluorononyl Dimethicone verkaufte, ohne die vorgeschriebene Meldung einer „bedeutenden neuen Tätigkeit“ abzugeben; eine anschließende Compliance-Anordnung wurde nicht befolgt. Das Gericht verhängte 750.000 CAD, das Unternehmen muss die Aktionäre informieren und steht im Environmental Offenders Registry.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Produktentwicklung und Regulatory Affairs müssen neue Stoffe vor Markteinführung auf Meldepflichten prüfen; behördliche Anordnungen sind fristgerecht umzusetzen.

Bezug zu Schulung und Awareness

Stoffrechtliche Melde- und Freigabepflichten bei Produkteinführungen

Behörde / Gericht
Ontario Court of Justice (Ermittlungen: Environment and Climate Change Canada)
Rechtsgebiet
Umwelt und Nachhaltigkeit · Abfall und Gefahrstoffe
Rechtsgrundlage
Canadian Environmental Protection Act, 1999 (Significant New Activity, Compliance Order)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Chemie und Pharma
Veröffentlicht
02.02.2026

Originalbetrag 750.000 CAD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 13.01.2026.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink

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07.01.2026 Superior General Partner Inc.Superior General Partner: 1,35 Mio. CAD Strafe für Natriumchlorit im Fluss und späte Meldung Kanada, QCAbfall und Gefahrstoffe 836.690 €

Aus dem Chemiewerk ERCO Mondial in Gatineau gelangte 2019 infolge eines Anlagendefekts zwölfmal Natriumchlorit in die Rivière du Lièvre; beim letzten Vorfall wurde die Behörde erst nach fünf Tagen informiert. Das Unternehmen wurde zu 1,35 Mio. CAD verurteilt.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Meldepflichten bei Stoffaustritten gelten sofort; wer Tage wartet, haftet zusätzlich.

Bezug zu Schulung und Awareness

Sofortige Meldung von Umweltvorfällen an Behörden

Behörde / Gericht
Court of Québec (Ermittlungen: Environment and Climate Change Canada)
Rechtsgebiet
Umwelt und Nachhaltigkeit · Abfall und Gefahrstoffe
Rechtsgrundlage
Fisheries Act (Einbringen schädlicher Stoffe; unterlassene sofortige Meldung)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Chemie und Pharma
Veröffentlicht
08.01.2026

Originalbetrag 1.350.000 CAD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 07.01.2026.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 28.09.2026 · Fassung 3 · Direktlink

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28.10.2025 ExxonMobil Chemical LimitedExxonMobil Chemical: 176.000 GBP Strafe für sechs Tage Dauerabfackeln in Fife Vereinigtes KönigreichEmissionen und Genehmigungen 200.913 €

Nach einem Dampfverlust im April 2019 fackelte die Ethylenanlage in Fife fast eine Woche lang ab; der Rauch überschritt die Genehmigungsgrenzen deutlich, SEPA erhielt über 900 Beschwerden. Vorhandene Verfahren und Notfallpläne hätten den Vorfall verhindern sollen, wurden aber nicht ausreichend befolgt. Das Unternehmen bekannte sich schuldig und wurde zu 176.000 GBP verurteilt.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Notfallpläne schützen nur, wenn das Personal sie im Ernstfall konsequent anwendet – regelmäßiges Üben gehört zur Genehmigungstreue.

Bezug zu Schulung und Awareness

Einhaltung von Betriebs- und Notfallverfahren in Industrieanlagen

Behörde / Gericht
Kirkcaldy Sheriff Court (Ermittlungen: Scottish Environment Protection Agency, SEPA)
Rechtsgebiet
Umwelt und Nachhaltigkeit · Emissionen und Genehmigungen
Rechtsgrundlage
Regulation 67(1)(b) Pollution Prevention and Control (Scotland) Regulations 2012; Section 2 Pollution Prevention and Control Act 1999
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Chemie und Pharma
Beschäftigte
10.000 und mehr
Verschulden
fahrlässig
Veröffentlicht
28.10.2025

Originalbetrag 176.000 GBP, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 28.10.2025.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink

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16.01.2023 ein britischer FarbenherstellerFarbenhersteller: 650.000 GBP Strafe nach TBT-Eintrag in Naturschutz-Ästuar Vereinigtes KönigreichAbfall und Gefahrstoffeanonymisiert 895.685 €

Aus einem Tank der Farbtestanlage des Unternehmens gelangten 2015/2016 Sedimente mit dem verbotenen Antifouling-Wirkstoff Tributylzinn (TBT) sowie Kupfer, Quecksilber und Arsen in ein geschütztes Ästuar; eine Probe überschritt den sicheren TBT-Wert um das 80.000-Fache. Die Tochter eines Farbenkonzerns wurde zu 650.000 GBP Strafe und 144.992 GBP Kosten verurteilt; sie hatte die Vorwürfe bis zum Schluss bestritten.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Altstandorte mit gefährlichen Stoffen brauchen dichte Rückhaltesysteme und Abfallpflichten gelten auch für Rückstände aus Testanlagen.

Behörde / Gericht
Plymouth Crown Court (Anklage: Environment Agency)
Rechtsgebiet
Umwelt und Nachhaltigkeit · Abfall und Gefahrstoffe
Rechtsgrundlage
Regulations 12(1)(b) und 38(1) Environmental Permitting (England and Wales) Regulations 2010; Sections 34(1)(b) und 34(6) Environmental Protection Act 1990
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Chemie und Pharma
Beschäftigte
250 bis 999
Veröffentlicht
16.01.2023

Originalbetrag 794.992 GBP, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 16.01.2023.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 28.09.2026 · Fassung 4 · Unternehmensname anonymisiert seit 16.01.2025 · Direktlink

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