Compliance-Radar

Wer wurde wofür sanktioniert?

Bußgelder, Urteile und Vorfälle aus Europa, Nordamerika, Lateinamerika, Asien-Pazifik, Naher Osten und Afrika: 2.207 Fälle aus 44 Jurisdiktionen, jeder mit amtlicher Quelle und vor der Veröffentlichung gegen diese Quelle geprüft. Filtern Sie nach Land, Rechtsgebiet und Branche. Ein Klick auf ein Diagramm geht eine Ebene tiefer.

7Fälle aus 3 Jurisdiktionen
399,3 Mio. €Summe der Geldbeträge (6 Fälle mit Betrag)
1,94 Mio. €Median je Fall mit Betrag

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Wann?

je Jahr, nach Entscheidungsdatum
Verlauf
ZeitraumFälleSumme
20232277,1 Mio. €
20241459.348 €
20252120,1 Mio. €
202621,61 Mio. €

7 Fälle

26.05.2026 Sabre Global Technologies LimitedSabre-Tochter nahm Zahlungen der gelisteten Ural Airlines an Vereinigtes KönigreichVerstöße gegen Sanktionen und Embargos 1,16 Mio. €

Der Anbieter eines Reisebuchungssystems stellte der im Mai 2022 gelisteten Ural Airlines weiter Leistungen bereit, forderte Zahlungen über rund 906.600 USD an und suchte nach dem Einfrieren durch die Bank nach alternativen Zahlungswegen, was OFSI als Umgehung wertete. Fehlende Eskalation beim Rollenwechsel, vakante Leitungsfunktionen in Recht und Compliance, auf US-Recht fokussierte Richtlinien und ein Screening, das die Listung nicht meldete, trugen bei. Laut beim britischen Unternehmensregister hinterlegtem Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 hatte das Unternehmen rund 150 Beschäftigte.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Wird ein Bestandskunde gelistet, muss das sofort eskaliert werden; nach dem Einfrieren durch die Bank Alternativwege für Zahlungen zu suchen, ist selbst ein Verstoß.

Bezug zu Schulung und Awareness

Reaktion auf Neulistungen von Bestandskunden, Umgehungsverbot

Behörde / Gericht
HM Treasury, Office of Financial Sanctions Implementation (OFSI)
Rechtsgebiet
Sanktionen und Exportkontrolle · Verstöße gegen Sanktionen und Embargos
Rechtsgrundlage
Russia (Sanctions) (EU Exit) Regulations 2019, regs. 13, 14, 19
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Telekommunikation, IT und Software
Beschäftigte
50 bis 249
Mildernde Umstände
Freiwillige Offenlegung (31.10.2022) und volle Kooperation; Vergleich unter dem neuen Settlement-Verfahren
Veröffentlicht
17.06.2026

Originalbetrag 1.000.920,59 GBP, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 26.05.2026.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 28.09.2026 · Fassung 3 · Direktlink

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19.03.2026 Apple Distribution International LimitedOFSI: 390.000 Pfund gegen Apple Distribution International im Vergleichsweg wegen Zahlungen an einen App-Entwickler Vereinigtes KönigreichVerstöße gegen Sanktionen und Embargos 451.452 €

OFSI verhängte am 19. März 2026 gegen die in Irland ansässige Apple Distribution International Limited im Rahmen eines Vergleichs eine Geldbuße von 390.000 Pfund. Nach den Feststellungen von OFSI wies das Unternehmen, das Erlöse an Softwareentwickler eines App-Marktplatzes auszahlt, über ein britisches Bankkonto im Juni und Juli 2022 zwei Zahlungen von zusammen 635.618,75 Pfund an einen russischen App-Entwickler an, der im Eigentum einer gelisteten Einheit stand, und stornierte die Anweisungen nicht. Als Ursachen nannte OFSI unter anderem das Vertrauen auf Selbstauskünfte der Entwickler und auf Daten eines Drittanbieters. Das Unternehmen hatte die Zahlungen am 4. Oktober 2022 selbst offengelegt. Der Vergleich kam nach einer Absichtsmitteilung vom 11. November 2025 unter dem im Februar 2026 eingeführten Vergleichsverfahren zustande; gegen die Konzernmutter traf OFSI keine Feststellungen. Quelle: Office of Financial Sanctions Implementation (OFSI), HM Treasury, „Imposition of monetary penalty: Apple Distribution International Limited“, 30.03.2026, https://www.gov.uk/government/publications/imposition-of-monetary-penalty-apple-distribution-international-limited. Enthält Informationen des öffentlichen Sektors, lizenziert unter der Open Government Licence v3.0 (https://www.nationalarchives.gov.uk/doc/open-government-licence/version/3/).

Behörde / Gericht
HM Treasury, Office of Financial Sanctions Implementation (OFSI)
Rechtsgebiet
Sanktionen und Exportkontrolle · Verstöße gegen Sanktionen und Embargos
Rechtsgrundlage
Russia (Sanctions) (EU Exit) Regulations 2019, reg. 12; Geldbuße nach s. 146 Policing and Crime Act 2017 (Settlement)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Telekommunikation, IT und Software
Veröffentlicht
30.03.2026

Originalbetrag 390.000 GBP, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 19.03.2026.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 28.09.2026 · Fassung 3 · Direktlink

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28.07.2025 Cadence Design Systems Inc.Cadence bekennt sich schuldig: Chipdesign-Software an chinesische Militäruni USAExportkontrolle und Dual-Use 120,1 Mio. €

Der Anbieter von Chipdesign-Software aus San José lieferte von 2015 bis 2021 mindestens 59-mal Hardware, Software und Halbleiter-IP an die National University of Defense Technology (NUDT), eine Militärhochschule auf der Entity List, getarnt über den Aliasnamen Central South CAD Center. Cadence bekannte sich der Verschwörung zu Exportkontrollverstößen schuldig; strafrechtliche Strafen von knapp 118 Mio. USD und zivilrechtliche von über 95 Mio. USD ergeben nach Anrechnung netto mehr als 140 Mio. USD.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Tarnnamen und bekannte Aliasse gelisteter Kunden gehören in das Screening; Vertrieb und Compliance müssen Hinweise auf militärische Endnutzer eskalieren.

Bezug zu Schulung und Awareness

Alias- und Tarnnamen von gelisteten Kunden erkennen

Behörde / Gericht
U.S. Department of Justice; Bureau of Industry and Security (BIS)
Rechtsgebiet
Sanktionen und Exportkontrolle · Exportkontrolle und Dual-Use
Rechtsgrundlage
Export Administration Regulations (Entity List); ECRA; Verschwörung zu Exportkontrollverstößen
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Telekommunikation, IT und Software
Beschäftigte
10.000 und mehr
Verschulden
vorsätzlich
Veröffentlicht
28.07.2025

Originalbetrag 140.000.000 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 28.07.2025.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink

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29.01.2025 Mobile TeleSystems Public Joint Stock Company (MTS)Federal Court weist Klage des Mobilfunkbetreibers MTS gegen Sanktionslistung ab KanadaVerstöße gegen Sanktionen und Embargos Anordnung

Russlands größter Mobilfunk- und Festnetzbetreiber griff seine Aufnahme in die kanadische Russland-Sanktionsliste direkt gerichtlich an. Der Federal Court bestätigte die Abweisung des Antrags ohne Nachbesserungsmöglichkeit, weil MTS zunächst das in den Regulations vorgesehene Streichungsverfahren beim Minister hätte nutzen müssen.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Gegen eine Sanktionslistung führt der Weg zuerst über das behördliche Streichungsverfahren; Geschäftspartner müssen die Listung bis dahin beachten.

Behörde / Gericht
Federal Court (2025 FC 181); Attorney General of Canada
Rechtsgebiet
Sanktionen und Exportkontrolle · Verstöße gegen Sanktionen und Embargos
Rechtsgrundlage
Special Economic Measures Act; Regulations Amending the Special Economic Measures (Russia) Regulations, SOR/2023-163, s. 8
Maßnahme
Anordnung
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Telekommunikation, IT und Software

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink

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01.11.2024 GlobalFoundries U.S. Inc.; GlobalFoundries U.S. 2 LLCBIS: 500.000 USD gegen GlobalFoundries wegen Lieferungen an gelistete Firma USAExportkontrolle und Dual-Use 459.348 €

Das Bureau of Industry and Security verhängte im Rahmen eines Vergleichs gegen GlobalFoundries U.S. Inc. und ihre Tochter GlobalFoundries U.S. 2 LLC eine Zivilstrafe von 500.000 USD. Zwischen Februar 2021 und Oktober 2022 hatte das Unternehmen in 74 Sendungen Halbleiter-Wafer im Wert von rund 17,1 Mio. USD ohne Genehmigung an SJ Semiconductor geliefert, ein Unternehmen auf der Entity List; wegen eines Dateneingabefehlers war der vom Kunden benannte Dienstleister im Screening-System nicht geprüft worden. Die Feststellungen in dieser Fassung sind mutmaßlich; ein abschließendes Urteil liegt ihr nicht zugrunde.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Auch vom Kunden benannte Dienstleister wie Test- und Montagebetriebe müssen gegen Sanktions- und Entity-Listen geprüft werden.

Bezug zu Schulung und Awareness

Sanktionslisten-Screening aller Transaktionsbeteiligten

Behörde / Gericht
U.S. Department of Commerce, Bureau of Industry and Security (BIS)
Rechtsgebiet
Sanktionen und Exportkontrolle · Exportkontrolle und Dual-Use
Rechtsgrundlage
15 C.F.R. § 764.2(a) (Export Administration Regulations)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Telekommunikation, IT und Software
Mildernde Umstände
Freiwillige Selbstanzeige, Kooperation und Abhilfemaßnahmen führten laut BIS zu einer deutlichen Minderung der Strafe.
Veröffentlicht
01.11.2024

Originalbetrag 500.000 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 01.11.2024.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 03.10.2026 · Direktlink

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19.04.2023 ein US-amerikanischer Festplattenhersteller und seine Gesellschaft in SingapurBIS: 300 Mio. USD gegen US-Festplattenhersteller wegen Lieferungen an chinesischen Konzern USAExportkontrolle und Dual-Useanonymisiert 274,4 Mio. €

Das Bureau of Industry and Security verhängte gegen einen US-amerikanischen Festplattenhersteller und seine internationale Hauptverwaltung in Singapur eine Zivilstrafe von 300 Mio. USD, zahlbar in 20 Quartalsraten zu je 15 Mio. USD. Der Hersteller hatte zwischen August 2020 und September 2021 in 429 Fällen rund 7,4 Mio. im Ausland gefertigte Festplatten im Wert von etwa 1,1 Mrd. USD ohne Genehmigung an Gesellschaften eines chinesischen Telekommunikationskonzerns auf der Entity List geliefert, obwohl diese unter die Foreign-Direct-Product-Regel fielen. Die Anordnung sieht außerdem drei Audits des Exportkontrollprogramms und eine für fünf Jahre ausgesetzte Denial Order vor.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Die Foreign-Direct-Product-Regel erfasst auch im Ausland gefertigte Produkte – Lieferketten müssen auf US-Technologie in der Fertigung geprüft werden.

Bezug zu Schulung und Awareness

Foreign-Direct-Product-Regel und Lieferungen an Unternehmen auf der Entity List

Behörde / Gericht
U.S. Department of Commerce, Bureau of Industry and Security (BIS)
Rechtsgebiet
Sanktionen und Exportkontrolle · Exportkontrolle und Dual-Use
Rechtsgrundlage
15 C.F.R. § 764.2(a) (Export Administration Regulations); Export Control Reform Act of 2018 (50 U.S.C. §§ 4801–4852)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Telekommunikation, IT und Software
Veröffentlicht
19.04.2023

Originalbetrag 300.000.000 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 19.04.2023.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 08.10.2026 · Unternehmensname anonymisiert seit 19.04.2025 · Direktlink

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06.04.2023 ein US-SoftwarekonzernOFAC: 2,98 Mio. US-Dollar Vergleich mit US-Softwarekonzern wegen Software- und Dienstexporten an gesperrte Personen und Sanktionsgebiete USAVerstöße gegen Sanktionen und Embargosanonymisiert 2,73 Mio. €

Ein Softwarekonzern aus dem US-Bundesstaat Washington zahlt nach einem Vergleich mit OFAC für sich und ihre Töchter in Irland und Russland 2.980.265,86 US-Dollar für 1.339 mutmaßliche Verstöße gegen die Sanktionsprogramme zu Kuba, Iran, Syrien und Ukraine/Russland. Nach den Feststellungen von OFAC wurden Software und Dienstleistungen im Wert von rund 12,1 Mio. US-Dollar an gesperrte russische Unternehmen und Personen, Nutzer auf der Krim und in anderen Sanktionsgebieten geliefert, weil die Prüfverfahren verbotene Parteien und Namensvarianten nicht zuverlässig erkannten. OFAC stufte die mutmaßlichen Verstöße als nicht schwerwiegend und freiwillig offengelegt ein und würdigte umfangreiche Abhilfemaßnahmen; die Basisbuße lag bei 5.960.531,72 US-Dollar. Zeitgleich einigte sich das Unternehmen mit dem Bureau of Industry and Security über 624.013 US-Dollar. Zusammenfassung in eigenen Worten.

Behörde / Gericht
U.S. Department of the Treasury, Office of Foreign Assets Control (OFAC)
Rechtsgebiet
Sanktionen und Exportkontrolle · Verstöße gegen Sanktionen und Embargos
Rechtsgrundlage
Cuban Assets Control Regulations, 31 C.F.R. § 515.201(b)(2) (54); Iranian Transactions and Sanctions Regulations, 31 C.F.R. §§ 560.204, 560.206(a)(2) (30); Syrian Sanctions Regulations, 31 C.F.R. § 542.207 (3); Ukraine-/Russia-Related Sanctions Regulations, 31 C.F.R. § 589.207 (1.252); Vergleich nach den Economic Sanctions Enforcement Guidelines, 31 C.F.R. part 501, app. A
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Telekommunikation, IT und Software
Veröffentlicht
06.04.2023

Originalbetrag 2.980.265,86 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 06.04.2023.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 28.09.2026 · Fassung 4 · Unternehmensname anonymisiert seit 06.04.2025 · Direktlink

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