Compliance-Radar
Wer wurde wofür sanktioniert?
Bußgelder, Urteile und Vorfälle aus Europa, Nordamerika, Lateinamerika, Asien-Pazifik, Naher Osten und Afrika: 2.207 Fälle aus 44 Jurisdiktionen, jeder mit amtlicher Quelle und vor der Veröffentlichung gegen diese Quelle geprüft. Filtern Sie nach Land, Rechtsgebiet und Branche. Ein Klick auf ein Diagramm geht eine Ebene tiefer.
Klicken Sie auf einen Balken, um eine Ebene tiefer zu gehen.
Wo?
nach RegionAlle Jurisdiktionen
Wofür?
nach Unterthema- ohne Unterthema 82,6 Mio. € 76 % · 2 Fälle
- Geschenke, Einladungen und Zuwendungen 15,2 Mio. € 14 % · 2 Fälle
- Bestechung von Amtsträgern 11,2 Mio. € 10 % · 2 Fälle
Wen?
nach Unternehmen- Bulls Holding Investments Company S.A., RS Investimentos S/A 81,5 Mio. € 75 % · 1 Fall
- MMM Holdings, LLC 14,7 Mio. € 13 % · 1 Fall
- Qualicorp Consultoria e Corretora de Seguros S.A. 7,15 Mio. € 7 % · 1 Fall
- Liberty Mutual Insurance Company 4,04 Mio. € 4 % · 1 Fall
- IRB-Brasil Resseguros S.A. 1,07 Mio. € 1 % · 1 Fall
- R M Capital Pty Ltd; The SMSF Club Pty Ltd 521.597 € 0 % · 1 Fall
Wann?
je Jahr, nach Entscheidungsdatum| Zeitraum | Fälle | Summe |
|---|---|---|
| 2024 | 1 | 14,7 Mio. € |
| 2025 | 4 | 93,2 Mio. € |
| 2026 | 1 | 1,07 Mio. € |
6 Fälle
02.07.2026 IRB-Brasil Resseguros S.A.IRB-Brasil Resseguros: 6,32 Mio. BRL im Vergleich wegen Behinderung der SUSEP-Aufsicht 1,07 Mio. €
IRB-Brasil Resseguros S.A. schloss mit der CGU einen Termo de Compromisso (Vergleich im Sanktionsverfahren) und zahlt mutmaßlich eine Geldbuße von 6.317.473,41 BRL, weil das Unternehmen die Ermittlungs- und Aufsichtstätigkeit der Versicherungsaufsicht SUSEP erschwert hatte (Art. 5 V Lei 12.846/2013). Die Buße entspricht dem gesetzlichen Minimum von 0,1 % des Bruttoumsatzes (6.509.921,81 BRL) abzüglich 192.448,40 BRL, die bereits in SUSEP-Verfahren wegen inkonsistenter Meldungen gezahlt worden waren. Auf die außerordentliche Veröffentlichung wurde verzichtet, das Verfahren ist damit beendet.
Unvollständige oder widersprüchliche Angaben gegenüber einer Aufsichtsbehörde können als Behinderung der Aufsicht eine Antikorruptionsbuße auslösen.
Behinderung von Aufsichtsbehörden durch unzutreffende Angaben
- Behörde / Gericht
- Controladoria-Geral da União (CGU)
- Rechtsgebiet
- Korruption und Bestechung
- Rechtsgrundlage
- Lei 12.846/2013, Art. 5 V, Art. 6 I; Decreto 11.129/2022, Art. 25 § 2; Portaria Normativa CGU 155/2024
- Maßnahme
- Bußgeld
- Verfahrensstand
- rechtskräftig
- Branche
- Finanzdienstleistungen und Versicherungen
- Wiederholungsfall
- nein
- Mildernde Umstände
- Angerechnet wurden ein Compliance-Programm (3,6 %), der fehlende Nachweis von Vorteil oder Schaden (1 %) sowie vergleichsbedingte Nachlässe für Kooperation und Eingeständnis; bereits an die SUSEP gezahlte Bußen wurden abgezogen.
- Veröffentlicht
- 03.07.2026
Originalbetrag 6.317.473,41 BRL, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 02.07.2026.
- CGU Base de Conhecimento – PAR 00190.102081/2025-58 (IRB-Brasil Resseguros S.A.) Durchsetzungsdatenbank einer Behörde
- CGU – Termo de Compromisso com IRB-Brasil Resseguros S.A. (SEI 4136663) Entscheidung einer Behörde
- CGU – Nota Técnica nº 1857/2026/CGIST/DIREP/SIPRI (Termo de Compromisso IRB) Entscheidung einer Behörde
- DOU Seção 3, 3.7.2026 – Extrato de Compromisso CGU/IRB-Brasil Resseguros Amtliches Register oder Bekanntmachung
Gegen die amtliche Quelle geprüft am 03.10.2026 · Direktlink
Fehler melden
18.12.2025 R M Capital Pty Ltd; The SMSF Club Pty LtdR M Capital und SMSF Club: 925.000 AUD wegen angenommener Vermittlungsprovisionen 521.597 €
Der Federal Court of Australia verhängte auf Klage der Finanzaufsicht ASIC mutmaßlich zivilrechtliche Geldbußen von insgesamt 925.000 AUD: 575.000 AUD gegen den Lizenzinhaber R M Capital und 350.000 AUD gegen dessen bevollmächtigten Vertreter The SMSF Club. SMSF Club hatte zwischen November 2014 und Juli 2016 bei 52 Gelegenheiten Vermittlungsprovisionen von zusammen 135.863,65 AUD (ohne GST) von einem Immobilienanbieter angenommen, der ihr Kunden zuführte, die mit ihrer Hilfe selbstverwaltete Pensionsfonds (SMSF) gründeten und darüber Immobilien bei diesem Anbieter kauften; das Gericht wertete dies als verbotene konfliktbehaftete Vergütung (conflicted remuneration), und R M Capital hatte als Lizenzinhaber aus grober Fahrlässigkeit keine angemessenen Vorkehrungen dagegen getroffen. Beide Unternehmen müssen der ASIC binnen sechs Monaten das Gutachten eines unabhängigen Sachverständigen über ihre Compliance-Vorkehrungen vorlegen; R M Capital legte am 15. Januar 2026 Rechtsmittel ein. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig.
Berater dürfen von Produktanbietern keine Provisionen annehmen, die ihre Empfehlungen beeinflussen können – und Lizenzinhaber müssen solche Absprachen ihrer Vertreter aktiv prüfen und dazu schulen.
Provisionen und Vorteile von Produktanbietern an Finanzberater
Fehlende oder unzureichende Schulung spielte in der Entscheidung eine Rolle.
- Behörde / Gericht
- Federal Court of Australia (Verfahren der Australian Securities and Investments Commission, ASIC)
- Rechtsgebiet
- Korruption und Bestechung · Geschenke, Einladungen und Zuwendungen
- Rechtsgrundlage
- Corporations Act 2001 (Cth) s 963F, s 963G(1), s 1317G(1E), s 1101B(1)(a)(i)
- Maßnahme
- Bußgeld
- Verfahrensstand
- angefochten
- Branche
- Finanzdienstleistungen und Versicherungen
- Verschulden
- fahrlässig
- Wiederholungsfall
- nein
- Mildernde Umstände
- Für SMSF Club brachten ASIC und das Unternehmen als mildernd vor, dass es die Provisionsvereinbarung nach dem Hinweis der ASIC 2016 sofort beendete, kooperierte und einer einvernehmlichen Erledigung zustimmte, dass ihm erstmals Verstöße vorgeworfen wurden und kein Kundenschaden behauptet wurde; das Gericht billigte mutmaßlich die gemeinsam vorgeschlagene Geldbuße.
- Veröffentlicht
- 19.12.2025
Originalbetrag 925.000 AUD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 18.12.2025.
- ASIC 25-313MR: Federal Court orders $925,000 in penalties against RM Capital and SMSF Club for conflicted remuneration breaches (19.12.2025) Pressemitteilung einer Behörde
- Australian Securities and Investments Commission v R M Capital Pty Ltd (No 2) [2025] FCA 1634, Urteil vom 18.12.2025 Gerichtsentscheidung
Gegen die amtliche Quelle geprüft am 03.10.2026 · Direktlink
Fehler melden
30.09.2025 Bulls Holding Investments Company S.A., RS Investimentos S/ABulls Holding und RS Investimentos: 508,8 Mio. BRL wegen Behinderung der Aufsicht 81,5 Mio. €
Die Controladoria-Geral da União (CGU) verhängte gegen die Bulls Holding Investments Company S.A. eine Geldbuße von 387.431.733,02 BRL und gegen die RS Investimentos S/A eine Geldbuße von 121.380.000,00 BRL (zusammen 508.811.733,02 BRL) sowie jeweils die außerordentliche Veröffentlichung der Entscheidung. Nach dem Abschlussbericht hatten die Unternehmen der Versicherungsaufsicht SUSEP Angebote zur Übernahme der unter Sonderverwaltung stehenden Vorsorgeeinrichtung APLUB mit unzureichenden, teils mutmaßlich gefälschten Unterlagen vorgelegt und damit in deren Aufsichtstätigkeit eingegriffen; RS Investimentos wurde zusätzlich wegen Unterstützung der Taten der Bulls Holding sanktioniert. Betrag und Sachverhalt sind nicht an der Primärseite bestätigt.
Irreführende Unterlagen gegenüber einer Aufsichtsbehörde gelten in Brasilien als Eingriff in die Aufsicht nach dem Antikorruptionsgesetz und können sehr hohe Geldbußen auslösen.
Wahrheitsgemäße Angaben gegenüber Aufsichtsbehörden
- Behörde / Gericht
- Controladoria-Geral da União (CGU)
- Rechtsgebiet
- Korruption und Bestechung
- Rechtsgrundlage
- Lei nº 12.846/2013, Art. 5 II und V, Art. 6 I und II, Art. 14
- Maßnahme
- Bußgeld
- Verfahrensstand
- unbekannt
- Branche
- Finanzdienstleistungen und Versicherungen
- Haftung von Führungskräften
- Maßnahmen gegen einzelne Personen werden hier nicht wiedergegeben.
- Veröffentlicht
- 02.10.2025
Originalbetrag 508.811.733,02 BRL, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 30.09.2025.
- DOU Seção 1 vom 02.10.2025: CGU Decisão nº 393 de 30.9.2025, PAR 00190.105969/2023-81 Entscheidung einer Behörde
- Base de Conhecimento CGU: PAR 00190.105969/2023-81 (Relatório Final, Parecer CONJUR, Decisão) Amtliches Register oder Bekanntmachung
- Portal da Transparência (CGU): Cadastro Nacional de Empresas Punidas – CNEP, Datendownload (Sanktion 365225) Amtliches Register oder Bekanntmachung
Gegen die amtliche Quelle geprüft am 03.10.2026 · Direktlink
Fehler melden
07.08.2025 Liberty Mutual Insurance CompanyLiberty Mutual: Declination gegen 4,7 Mio. USD nach Bestechung indischer Staatsbanker 4,04 Mio. €
Die indische Tochter Liberty General Insurance zahlte 2017 bis 2022 rund 1,47 Mio. USD an Mitarbeitende von sechs staatlichen Banken, damit diese Bankkunden an ihre Versicherungsprodukte verwiesen; die Zahlungen liefen als Marketingkosten und über Dritte. Das DOJ sah von einer Anklage ab; Liberty Mutual gibt 4.699.088 USD Gewinn heraus.
Mitarbeitende staatlicher Banken sind Amtsträger – Vertriebsprovisionen an sie sind Bestechung, auch wenn sie als Marketing verbucht werden.
Vertriebskooperationen mit staatlichen Banken, als Marketing getarnte Zahlungen
- Behörde / Gericht
- U.S. Department of Justice (Fraud Section; USAO District of Massachusetts)
- Rechtsgebiet
- Korruption und Bestechung · Bestechung von Amtsträgern
- Rechtsgrundlage
- FCPA, 15 U.S.C. § 78dd-2; Corporate Enforcement and Voluntary Self-Disclosure Policy (Declination)
- Maßnahme
- Gewinnabschöpfung
- Verfahrensstand
- rechtskräftig
- Branche
- Finanzdienstleistungen und Versicherungen
- Beschäftigte
- 10.000 und mehr
- Verschulden
- vorsätzlich
- Mildernde Umstände
- Freiwillige Selbstanzeige (März 2024), volle Kooperation, Ursachenanalyse, Trennung von Beteiligten, verbesserte Kontrollen inkl. Regeln zu Messenger-Apps.
- Veröffentlicht
- 07.08.2025
Originalbetrag 4.699.088 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 07.08.2025.
- DOJ Declination Letter – Liberty Mutual Insurance Company (07.08.2025) Entscheidung einer Behörde
- DOJ Criminal Division: CEP Declinations Durchsetzungsdatenbank einer Behörde
Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink
Fehler melden
17.03.2025 Qualicorp Consultoria e Corretora de Seguros S.A.Qualicorp: Leniency-Vereinbarung über 44,5 Mio. BRL wegen Vorteilszahlung an Amtsträger 7,15 Mio. €
Qualicorp Consultoria e Corretora de Seguros S.A. räumte in einer Leniency-Vereinbarung mit CGU und AGU ein, einem Amtsträger, dessen Handeln oder Unterlassen im Interesse des Unternehmens lag, einen wirtschaftlichen Vorteil gezahlt zu haben. Sie zahlt mutmaßlich 44.485.434,29 BRL als Geldbuße plus Abschöpfung: 27.803.396,43 BRL Abschöpfung des erlangten Vorteils und 16.682.037,86 BRL Geldbuße nach Lei 12.846/2013 (40 % Nachlass), jeweils IPCA-indexiert bis Dezember 2024. Die Vereinbarung erstreckt sich auf weitere Gesellschaften der Qualicorp-Gruppe. Betrag und Sachverhalt sind nicht an der Primärseite bestätigt.
Weiß die Leitung von Zahlungen an Amtsträger oder duldet sie diese, steigt die Buße; ohne wirksames Compliance-Programm fehlt zudem ein Milderungsgrund.
Vorteilszahlung an Amtsträger zur Beeinflussung behördlichen Handelns
- Behörde / Gericht
- Controladoria-Geral da União (CGU) und Advocacia-Geral da União (AGU)
- Rechtsgebiet
- Korruption und Bestechung · Bestechung von Amtsträgern
- Rechtsgrundlage
- Lei 12.846/2013, Art. 6 I, Arts. 16 und 17, Art. 19 I; Lei 8.429/1992; Decreto 11.129/2022
- Maßnahme
- Bußgeld
- Verfahrensstand
- rechtskräftig
- Branche
- Finanzdienstleistungen und Versicherungen
- Mildernde Umstände
- Angerechnet wurden Vorteilsrückgabe (1 %), Kooperation (1,5 %) und freiwilliges Eingeständnis (2 %); ein Compliance-Programm wurde nicht berücksichtigt. Die Buße entspricht dem gesetzlichen Minimum in Höhe des erlangten Vorteils, danach um 40 % reduziert.
- Haftung von Führungskräften
- Duldung oder Kenntnis der Unternehmensleitung wurde mit dem Höchstsatz von 3 % erschwerend angesetzt.
Originalbetrag 44.485.434,29 BRL, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 17.03.2025.
- CGU/AGU – Acordo de Leniência com a Qualicorp Consultoria e Corretora de Seguros S.A. (Processo 00190.101239/2021-49) Entscheidung einer Behörde
- Acordo de Leniência Qualicorp – Anexo III: Demonstrativo de cálculo e valor da multa Entscheidung einer Behörde
- Acordo de Leniência Qualicorp – Anexo IV: Demonstrativo do valor, imputação e instrução para pagamento Entscheidung einer Behörde
- CGU – Acordos de leniência celebrados (Liste) Amtliches Register oder Bekanntmachung
Gegen die amtliche Quelle geprüft am 03.10.2026 · Direktlink
Fehler melden
23.12.2024 MMM Holdings, LLCMMM Holdings: 15,2 Mio. USD wegen Geschenkkarten für Einschreibungen in Medicare-Plan 14,7 Mio. €
Der Medicare-Advantage-Anbieter aus Puerto Rico zahlt 15.228.340 USD zur Beilegung von Vorwürfen nach False Claims Act und Anti-Kickback Statute und schloss mit dem HHS-OIG eine fünfjährige Corporate Integrity Agreement. Von Januar 2018 bis Dezember 2022 soll MMM Verwaltungsangestellten von Arztpraxen Geschenkkarten gegeben haben, damit sie Tausende Medicare-Versicherte zur Einschreibung in einen MMM-Plan bewegen; die daraus folgenden Prämienzahlungen beliefen sich auf 6.091.336 USD. Die Feststellungen in dieser Fassung sind mutmaßlich; ein abschließendes Urteil liegt ihr nicht zugrunde.
Geschenke an Praxispersonal, das Versicherte berät, sind genauso heikel wie Zuwendungen an Ärzte.
Geschenke an Praxispersonal, das Patienten berät oder vermittelt
- Behörde / Gericht
- U.S. Attorney's Office, District of Puerto Rico; HHS Office of Inspector General (HHS-OIG)
- Rechtsgebiet
- Korruption und Bestechung · Geschenke, Einladungen und Zuwendungen
- Rechtsgrundlage
- False Claims Act; Anti-Kickback Statute
- Maßnahme
- Sonstiges
- Verfahrensstand
- rechtskräftig
- Branche
- Finanzdienstleistungen und Versicherungen
- Mildernde Umstände
- Berücksichtigt wurden die Kooperation des Unternehmens und die Einführung interner Kontrollen.
- Veröffentlicht
- 23.12.2024
Originalbetrag 15.228.340 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 23.12.2024.
Gegen die amtliche Quelle geprüft am 03.10.2026 · Direktlink