Compliance-Radar

Wer wurde wofür sanktioniert?

Bußgelder, Urteile und Vorfälle aus Europa, Nordamerika, Lateinamerika, Asien-Pazifik, Naher Osten und Afrika: 2.207 Fälle aus 44 Jurisdiktionen, jeder mit amtlicher Quelle und vor der Veröffentlichung gegen diese Quelle geprüft. Filtern Sie nach Land, Rechtsgebiet und Branche. Ein Klick auf ein Diagramm geht eine Ebene tiefer.

10Fälle aus 3 Jurisdiktionen
5,14 Mrd. €Summe der Geldbeträge (9 Fälle mit Betrag)
4,75 Mrd. €Größter Einzelfall: Purdue Pharma L.P.
27,5 Mio. €Median je Fall mit Betrag

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Wann?

je Jahr, nach Entscheidungsdatum
Verlauf
ZeitraumFälleSumme
20221113,3 Mio. €
2023196.540 €
20241483.622 €
20252234,9 Mio. €
202654,79 Mrd. €

10 Fälle

10.09.2026 Dompé U.S. Inc.Dompé U.S.: 32 Mio. USD – Zuzahlungen von Medicare-Patienten über Stiftungen übernommen USAGeschenke, Einladungen und Zuwendungen 27,5 Mio. €

Der Pharmahersteller soll von 2018 bis 2021 über zwei Patientenhilfe-Stiftungen die Zuzahlungen von Medicare-Versicherten für sein Medikament Oxervate finanziert haben, um dessen Absatz zu fördern. Nach einer Selbstanzeige zahlte Dompé 32 Mio. USD.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Vorteile, die über Stiftungen oder andere Dritte an Kunden fließen, bleiben Zuwendungen des Unternehmens – Spenden an Patientenhilfen brauchen strikte Unabhängigkeit.

Bezug zu Schulung und Awareness

Zuwendungen an Patienten und Kunden über Dritte

Behörde / Gericht
U.S. Department of Justice / U.S. Attorney's Office, District of Massachusetts
Rechtsgebiet
Korruption und Bestechung · Geschenke, Einladungen und Zuwendungen
Rechtsgrundlage
Anti-Kickback Statute (42 U.S.C. § 1320a-7b(b)); False Claims Act (31 U.S.C. §§ 3729 ff.)
Maßnahme
Sonstiges
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma
Mildernde Umstände
Selbstanzeige.

Originalbetrag 32.000.000 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 10.09.2026.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink

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10.08.2026 Veloxis Pharmaceuticals Inc.Veloxis: über 46 Mio. USD – Luxusreisen, Dinner und Geschenke für Transplantationsteams USAGeschenke, Einladungen und Zuwendungen Sonstiges

Veloxis gewährte von 2016 bis 2023 Transplantationsfachleuten teure Essen und Alkohol, Reisen und Aufenthalte in Luxusresorts, Geschenke und Beraterhonorare ohne Gegenleistung und zahlte Spezialapotheken verdeckte Vergütungen, um Verschreibungen und Einkäufe des Immunsuppressivums Envarsus XR zu fördern. Das Unternehmen schloss ein Deferred Prosecution Agreement mit einer Strafzahlung von mehr als 10 Mio. USD, zahlt zivilrechtlich 34,45 Mio. USD (21.211.251 USD an den Bund, 13.238.749 USD an Bundesstaaten) sowie 1,55 Mio. USD Strafe nach dem Sunshine Act (Open Payments) – die bislang höchste –, insgesamt über 46 Mio. USD.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Einladungen und Geschenke an Entscheider müssen nicht nur begrenzt, sondern auch vollständig in Transparenzregister gemeldet werden.

Bezug zu Schulung und Awareness

Geschenke, Reisen und Bewirtung für Fachkreise; Transparenzmeldungen

Behörde / Gericht
U.S. Department of Justice / U.S. Attorney's Office, District of Massachusetts
Rechtsgebiet
Korruption und Bestechung · Geschenke, Einladungen und Zuwendungen
Rechtsgrundlage
Anti-Kickback Statute; False Claims Act; Physician Payments Sunshine Act (Open Payments)
Maßnahme
Sonstiges
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink

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20.07.2026 EyePoint Pharmaceuticals, Inc.EyePoint: 4,66 Mio. USD – Kickbacks an OP-Zentren für den Einkauf eines Augenmedikaments USABestechung im geschäftlichen Verkehr 4,08 Mio. €

Der Pharmahersteller soll zwischen Januar 2019 und März 2023 ambulanten Operationszentren Kickbacks gezahlt haben, damit diese das Injektionsmedikament DEXYCU für Kataraktoperationen einkaufen und einsetzen. EyePoint zahlte zur Beilegung der False-Claims-Act-Vorwürfe 4.657.463,18 USD und schloss eine Corporate Integrity Agreement mit HHS-OIG.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Rabatte, Zahlungen oder Leistungen an Einrichtungen, die über den Einkauf entscheiden, brauchen eine dokumentierte, marktübliche Gegenleistung.

Bezug zu Schulung und Awareness

Vorteilsgewährung an Kunden und Einkaufsentscheider

Behörde / Gericht
U.S. Department of Justice
Rechtsgebiet
Korruption und Bestechung · Bestechung im geschäftlichen Verkehr
Rechtsgrundlage
Anti-Kickback Statute (42 U.S.C. § 1320a-7b(b)); False Claims Act (31 U.S.C. §§ 3729 ff.)
Maßnahme
Sonstiges
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma

Originalbetrag 4.657.463,18 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 20.07.2026.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink

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14.05.2026 Takeda Pharmaceuticals U.S.A., Inc.Takeda: 13,7 Mio. USD – Redner-Honorare und Luxus-Essen für verschreibende Ärzte USAGeschenke, Einladungen und Zuwendungen 11,7 Mio. €

Takeda soll von 2014 bis 2020 Ärzte gezielt in das Rednerprogramm für das Antidepressivum Trintellix aufgenommen und ihnen Honorare sowie Essen in teuren Restaurants gewährt haben, um Verschreibungen zu fördern; manche Teilnehmer besuchten dieselbe Veranstaltung mehrfach ohne Bildungsnutzen. Takeda zahlte 13.670.921 USD.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Rednerprogramme brauchen einen nachweisbaren Fortbildungszweck – wiederholte Teilnahme und teure Bewirtung machen sie zur Zuwendung.

Bezug zu Schulung und Awareness

Einladungen, Bewirtung und Honorare an Fachkreise

Behörde / Gericht
U.S. Department of Justice / U.S. Attorney's Office, Eastern District of California
Rechtsgebiet
Korruption und Bestechung · Geschenke, Einladungen und Zuwendungen
Rechtsgrundlage
Anti-Kickback Statute (42 U.S.C. § 1320a-7b(b)); False Claims Act (31 U.S.C. §§ 3729 ff.)
Maßnahme
Sonstiges
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma
Beschäftigte
10.000 und mehr

Originalbetrag 13.670.921 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 14.05.2026.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink

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28.04.2026 Purdue Pharma L.P.Purdue Pharma: 5,544 Mrd. USD Strafe – u. a. Kickbacks über das Rednerprogramm USAGeschenke, Einladungen und Zuwendungen 4,75 Mrd. €

Der Opioidhersteller wurde in Newark nach seinem Schuldbekenntnis von 2020 zu einer Geldstrafe von 3,544 Mrd. USD (geltend gemacht im Insolvenzverfahren) und einer Einziehung von 2 Mrd. USD verurteilt; auf die Einziehung können bis zu 1,775 Mrd. USD angerechnet werden, wenn Purdue als gemeinwohlorientiertes Unternehmen aus der Insolvenz hervorgeht. Purdue hatte die DEA getäuscht und Verschreibern über sein Rednerprogramm sowie einer Plattform für elektronische Patientenakten Kickbacks gezahlt, um mehr Opioid-Verschreibungen zu erreichen.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Honorarprogramme für Kunden, die Umsatz steuern, können Teil eines strafbaren Gesamtsystems werden – mit existenzbedrohenden Folgen.

Bezug zu Schulung und Awareness

Rednerhonorare und Vorteile für verschreibende Ärzte

Behörde / Gericht
U.S. District Court, District of New Jersey (Anklage: U.S. Department of Justice)
Rechtsgebiet
Korruption und Bestechung · Geschenke, Einladungen und Zuwendungen
Rechtsgrundlage
Verschwörung zum Betrug der USA und zur Verletzung des Food, Drug, and Cosmetic Act; zwei Fälle Verschwörung zur Verletzung des Anti-Kickback Statute (Schuldbekenntnis vom 24.11.2020)
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
unbekannt
Branche
Chemie und Pharma
Verschulden
vorsätzlich

Originalbetrag 5.544.000.000 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 28.04.2026.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 25.09.2026 · Direktlink

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28.04.2025 Gilead Sciences, Inc.Gilead: 202 Mio. USD – Rednerprogramme mit Honoraren, Luxus-Essen und Reisen USAGeschenke, Einladungen und Zuwendungen 177,8 Mio. €

Gilead zahlte Ärzten, die bei Veranstaltungen zu seinen HIV-Medikamenten sprachen oder sie besuchten, Honorare, Essen und Reisekosten, um Verschreibungen zu fördern; Hochverschreiber erhielten Hunderttausende Dollar, Veranstaltungen fanden in Luxusrestaurants statt. Der vom Gericht genehmigte Vergleich über 202 Mio. USD enthält umfangreiche Tatsachengeständnisse.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Wer Redner nach Verschreibungsvolumen auswählt, macht aus Fortbildung Bestechung – Auswahlkriterien und Bewirtungsgrenzen müssen dokumentiert sein.

Bezug zu Schulung und Awareness

Honorare und Bewirtung bei Fachveranstaltungen

Behörde / Gericht
U.S. Attorney's Office, Southern District of New York; U.S. District Court (S.D.N.Y.)
Rechtsgebiet
Korruption und Bestechung · Geschenke, Einladungen und Zuwendungen
Rechtsgrundlage
Anti-Kickback Statute (42 U.S.C. § 1320a-7b(b)); False Claims Act (31 U.S.C. §§ 3729 ff.)
Maßnahme
Sonstiges
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma
Beschäftigte
10.000 und mehr
Veröffentlicht
29.04.2025

Originalbetrag 202.000.000 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 28.04.2025.

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24.01.2025 Pfizer Inc. (für die Tochter Biohaven Pharmaceutical Holding Company Ltd.)Pfizer/Biohaven: 59,7 Mio. USD wegen Rednerhonoraren und Luxusessen für Ärzte USAGeschenke, Einladungen und Zuwendungen 57,1 Mio. €

Pfizer zahlt für seine Tochter Biohaven 59.746.277 USD, um Vorwürfe nach False Claims Act und Anti-Kickback Statute aus der Zeit vor der Übernahme beizulegen; rund 50,2 Mio. USD gehen an den Bund, rund 9,5 Mio. USD an die Medicaid-Programme der Bundesstaaten. Biohaven soll von März 2020 bis September 2022 ausgewählten Ärzten Rednerhonorare und Essen in teuren Restaurants gewährt haben, um Verschreibungen des Migränemittels Nurtec ODT zu fördern; an Veranstaltungen nahmen teils wiederholt dieselben Ärzte oder Ehepartner, Angehörige und Praxiskollegen ohne fachlichen Bedarf teil. Die Feststellungen in dieser Fassung sind mutmaßlich; ein abschließendes Urteil liegt ihr nicht zugrunde.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Bei Übernahmen gehören Rednerprogramme und Ärztezahlungen des Zielunternehmens in die Due Diligence – die Haftung geht auf den Käufer über.

Bezug zu Schulung und Awareness

Rednerprogramme: Auswahl der Redner, Wiederholungsteilnahmen, Bewirtung

Behörde / Gericht
U.S. Department of Justice (Civil Division; USAO Western District of New York)
Rechtsgebiet
Korruption und Bestechung · Geschenke, Einladungen und Zuwendungen
Rechtsgrundlage
False Claims Act; Anti-Kickback Statute
Maßnahme
Sonstiges
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma
Beschäftigte
10.000 und mehr
Veröffentlicht
24.01.2025

Originalbetrag 59.746.277 USD, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 24.01.2025.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 03.10.2026 · Direktlink

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09.01.2024 ein brasilianischer ArzneimittelhändlerArzneimittelhändler: CGU-Buße wegen falscher Unterlagen im Impfstoffvertrag BrasilienKorruption und Bestechunganonymisiert 483.622 €

Die Controladoria-Geral da União (CGU) verhängte gegen einen Arzneimittelhändler, der inzwischen unter anderem Namen firmiert, eine Geldbuße von 3.879.251,35 BRL, die außerordentliche Veröffentlichung der Entscheidung und eine Erklärung der Vergabeunwürdigkeit (declaração de inidoneidade). Nach dem Abschlussbericht legte das Unternehmen beim geplanten Kauf von 20 Mio. Dosen eines Covid-19-Impfstoffs durch das Gesundheitsministerium ein Dokument vor, das der Impfstoffhersteller später als falsch bezeichnete, sowie Proforma-Rechnungen, die nicht den Vertragsbedingungen entsprachen. Auf einen Antrag auf Überprüfung (pedido de reconsideração) setzte die CGU die Geldbuße am 05.05.2025 auf 2.586.167,56 BRL herab und verkürzte die Aushangfrist der Veröffentlichung von 75 auf 60 Tage; die Erklärung der Vergabeunwürdigkeit blieb bestehen.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Wer als Vertreter eines ausländischen Herstellers Verträge mit dem Staat schließt, muss Vollmachten und Rechnungen sorgfältig prüfen; falsche Unterlagen führen zu Geldbuße und Vergabesperre.

Bezug zu Schulung und Awareness

Echtheit von Vertretungsnachweisen und Rechnungen in öffentlichen Aufträgen

Behörde / Gericht
Controladoria-Geral da União (CGU)
Rechtsgebiet
Korruption und Bestechung
Rechtsgrundlage
Lei nº 12.846/2013, Art. 5 IV b und d, Art. 6; Lei nº 8.666/1993, Art. 87 IV und Art. 88 III
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
reduziert
Branche
Chemie und Pharma
Mildernde Umstände
Auf den Antrag auf Überprüfung hin setzte die CGU die Geldbuße von 3.879.251,35 BRL auf 2.586.167,56 BRL herab.
Veröffentlicht
15.01.2024

Originalbetrag 2.586.167,56 BRL, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 09.01.2024.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 07.10.2026 · Unternehmensname anonymisiert seit 09.01.2026 · Direktlink

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28.07.2023 ein ungarisches PharmaunternehmenPharmaunternehmen: 37 Mio. HUF Bußgeld für Ärztehonorare und überhöhte Bewirtung UngarnGeschenke, Einladungen und Zuwendungenanonymisiert 96.540 €

Die ungarische Arzneimittelbehörde OGYÉI belegte ein ungarisches Pharmaunternehmen mit einem Bußgeld von 37.000.000 HUF und untersagte die Fortsetzung der Verstöße, weil das Unternehmen verschreibungsberechtigten Ärztinnen und Ärzten in zahlreichen Fällen über Honorarverträge unzulässige Vermögensvorteile gewährt hatte – etwa für Rollenspiele zur Schulung des eigenen Außendienstes, Fachbeiträge in einer firmeneigenen Werbezeitschrift, werbliche Vorträge sowie bezahlte Vorträge von Abteilungschefärzten vor ihren eigenen Mitarbeitern. Hinzu kamen eine Bewirtung über dem gesetzlichen Satz je Teilnehmer in vier Fällen bei eigenen Fachveranstaltungen, die nicht gemeldete Unterstützung der Teilnahme von Ärzten an zwei internationalen Fachveranstaltungen sowie Mängel bei Warnhinweisen in Werbematerial, bei der Abgabe von Mustern und bei Spendenprotokollen. Der Bescheid erging in einem neuen Verfahren, nachdem das Hauptstädtische Gericht (Fővárosi Törvényszék) einen früheren Bescheid von 2020 wegen unzureichender Begründung der Sanktionshöhe aufgehoben, die rechtliche Bewertung der Honorarverträge aber bestätigt hatte.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Honorarverträge mit verschreibenden Ärztinnen und Ärzten brauchen eine echte, von der Verkaufsförderung getrennte fachliche Leistung zu angemessenem Preis – sonst gelten sie als verbotener Vorteil.

Bezug zu Schulung und Awareness

Honorarverträge, Vorträge und Bewirtung von Ärztinnen und Ärzten im Pharmamarketing

Behörde / Gericht
Országos Gyógyszerészeti és Élelmezés-egészségügyi Intézet (OGYÉI; Rechtsnachfolger NNGYK)
Rechtsgebiet
Korruption und Bestechung · Geschenke, Einladungen und Zuwendungen
Rechtsgrundlage
Gyftv. (Gesetz Nr. XCVIII/2006) § 14 Abs. 1, 2 und 10, § 11/B Abs. 2, § 19 Abs. 2 lit. c und d; EüM-Verordnung 3/2009 § 7 Abs. 1 lit. a, § 10 Abs. 3
Maßnahme
Bußgeld
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma
Veröffentlicht
28.07.2023

Originalbetrag 37.000.000 HUF, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 28.07.2023.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 28.09.2026 · Unternehmensname anonymisiert seit 28.07.2025 · Direktlink

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19.12.2022 ein US-amerikanisches Chemie- und TechnologieunternehmenUS-Chemieunternehmen: 638 Mio. BRL Leniency-Vereinbarung wegen Bestechung bei Staatsaufträgen BrasilienBestechung von Amtsträgernanonymisiert 113,3 Mio. €

Ein US-amerikanisches Chemie- und Technologieunternehmen verpflichtete sich in einer Leniency-Vereinbarung mit der Controladoria-Geral da União (CGU) und der Advocacia-Geral da União (AGU) zur Zahlung von 638.046.365,87 BRL (umgerechnet 120.828.384,25 USD), weil es im Zusammenhang mit Verträgen mit einem staatlich kontrollierten Ölkonzern über zwischengeschaltete Gesellschaften unzulässige Zahlungen zugunsten von Amtsträgern geleistet hatte. Laut den Anlagen entfallen 75.817.531,39 USD auf die Abschöpfung des Gewinns und 10.601.873,74 USD auf einen pauschalierten Schaden (Schmiergelder) zugunsten des Ölkonzerns sowie 5.708.217,91 USD auf die Geldbuße nach dem Antikorruptionsgesetz (Lei 12.846/2013) und 28.700.761,19 USD auf die Geldbuße nach dem Gesetz über administrative Unredlichkeit (Lei 8.429/1992). Nach eigener Angabe schloss das Unternehmen am selben Tag Vereinbarungen mit der Bundesstaatsanwaltschaft (MPF), dem US-Justizministerium und der SEC.

Was Unternehmen daraus mitnehmen

Zahlungen über zwischengeschaltete Gesellschaften an Amtsträger staatlicher Auftraggeber führen zu Gewinnabschöpfung und Bußen auf mehreren Rechtsgrundlagen zugleich.

Bezug zu Schulung und Awareness

Bestechung über zwischengeschaltete Gesellschaften bei Aufträgen eines Staatskonzerns

Behörde / Gericht
Controladoria-Geral da União (CGU) und Advocacia-Geral da União (AGU)
Rechtsgebiet
Korruption und Bestechung · Bestechung von Amtsträgern
Rechtsgrundlage
Lei 12.846/2013, Arts. 16 und 17; Lei 8.429/1992; Decreto 11.129/2022, Art. 33
Maßnahme
Gewinnabschöpfung
Verfahrensstand
rechtskräftig
Branche
Chemie und Pharma
Mildernde Umstände
Mildernd angerechnet wurden Schadensausgleich (1 %), Kooperation (1 %), freiwilliges Eingeständnis (2 %) und ein angewandtes Compliance-Programm (3,06 %).
Haftung von Führungskräften
Die Bußgeldberechnung wertete Duldung oder Kenntnis der Unternehmensleitung mit dem Höchstsatz von 3 % erschwerend.

Originalbetrag 638.046.365,87 BRL, umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 19.12.2022.

Gegen die amtliche Quelle geprüft am 07.10.2026 · Unternehmensname anonymisiert seit 19.12.2024 · Direktlink

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